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Mittwoch, 11. Februar 2009

Big Brother: Britisches Oberhaus warnt vor wachsender Überwachung

Überwachung total (Illu.) | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

London/ England - In einem Bericht hat das britische Oberhaus "House of Lords" vor der zunehmenden öffentlichen Überwachung gewarnt. Es handele sich um die weitest reichenden Veränderungen der britischen Gesellschaft seit dem Zweiten Weltkrieg.

Die Überwachung alltäglicher Aktivitäten von unschuldigen Privatpersonen wird von dem Bericht als sich mehr und mehr einbürgernde "eindringliche Routine" bezeichnet. Die zunehmende Anzahl von Überwachungskameras sei zu einem unausweichbaren Teil des Alltagslebens im Königreich geworden, zitiert die "Times" aus dem Papier.

Gezielt kritisieren die britischen Lords unter anderem das rasante Wachstum der nationalen DNA-Datenbank, die auch zu "unheilvollen Zwecken" verwendet werden könne. Die Regierung müsse garantieren, dass die Daten unschuldiger Bürger nicht unbegrenzt aufbewahrt würden. Die Datenbank sei ursprünglich nicht in jener Form gedacht gewesen, zu was sie sich mittlerweile entwickelt habe und man zeige sich darüber sehr besorgt.

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Ursprünglich sollten in dem Archiv lediglich die DNA-Daten von verurteilten Verbrechern aufbewahrt werden. Mittlerweile werden - bei Anzeige - selbst von Schwarzfahrern in öffentlichen Verkehrsmitteln DNA-Proben genommen und auf unbefristete Zeit gespeichert.
Auch die sich immer schneller und umfassender ausbreitende Überwachung öffentlicher Räume mittels Überwachungskameras sei, so die Lords, gänzlich aus dem Ruder geraten. Derzeit gäbe es so viele Kameras, dass deren genaue Anzahl nicht ermittelt werden könne. Schätzungen gehen mittlerweile von mehr als 4,2 Millionen Kameras aus (...wir berichteten). "Viele der staatlichen Überwachungsmethoden und ihre möglichen Konsequenzen sind der Öffentlichkeit noch nicht einmal ausreichen bewusst", so ein Mitglied des Hauses. Jeden Tag würden eine unvorstellbare Masse an Daten anhand von Telefonanrufen, Internetnutzung, E-Mailverkehr und Kundenkarte erhoben, die zukünftig auch zu falschen Zwecken ausgenutzt werden könnten. Zudem wird die Datenerfassung zusehends ausgeweitet. Die neuerliche Erfassung von Flugpassagierdaten durch die Regierung sei nur ein Beispiels von vielen.

Schon 2004 warnte der damalige Datenbeauftragte der britischen Regierung davor, dass sich Großbritannien "schlafwandelnd zu einer Überwachungsgesellschaft" entwickle. Schon jetzt rangiert das Vereinigte Königreich weltweit gemeinsam mit Unterdrücker-Staaten auf den hintersten Plätzen, wenn es um den Schutz der Privatsphäre geht.

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Quellen: times-online.co.uk / grenzwissenschaft-aktuell.de

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