
Biblischer Schöpfungsgott (nach Michelangelo) und Charles Darwin im stillen Dialog (Illu.) | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
Deutschland - Wer glaubt, der 200. Geburtstag Charles Darwins und das 150. Jubiläum der Veröffentlichung seines Hauptwerkes über "die Entstehung der Arten" würde, wie zu erwarten, nur mit wissenschaftlicher Rationalität und Vernunft begangen, der irrt. Nicht nur fanatische Gegner der darwinistischen Evolutionstheorie bringen kreationistische Standpunkte in Position, auch angeblich so aufgeklärte Humanisten und Wissenschaftler liefern sich Fragwürdiges.
Neben einem hundsteuren Werbekrieg auf Englands öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen christlichen Organisationen und Atheisten (...wir berichteten 1, 2), wird auch in den öffentlichen Medien die Sprache merklich aggressiver, wenn die jeweilig gegenteiligen Positionen vertreten werden.
Selbst vor der Rekrutierung von Kindern in diese "Glaubenskriege" scheuen sich die Protagonisten nicht, wenn beispielsweise selbsternannte Humanisten und Aufklärer "Lisa Neunmalklug" in den Aufklärungsk(r)ampf gegen "Dumme Leute", wie den (Religionslehrer?) Hempelmann schicken, sie diesen herzhaft auslacht, wenn er aus der Bibel zitiert und ihn umgehend über die Evolution belehrt. Entsprechend bibeltreue Gegenstücke, wenn auch nicht weniger karikiert überzeichneten Feindbildern, braucht man ebenfalls nicht lange zu suchen.
Fragwürdig bis beschämende Kinder-Propaganda auf beiden Seiten
Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten
Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten
Der neuste publicityträchtige Schildbürgerstreich in diesem bizarren "Krieg der Glaubenswelten", in dem Religion nur noch auf die Widerlegung von Evolution und Wissenschaft auf die Widerlegung religiöser Schöpfungsmythen reduziert und Glaube als Gefahr für die Wissenschaft und umgekehrt präsentiert werden, liefert aktuell die Giordano Bruno Stiftung und fordert vom deutschen Bundesrat einen "Evolutionstag" als Feiertag einzuführen. Hierzu solle Christi Himmelfahrt weichen, da - so die Stiftung - selbst die Mehrheit der in Deutschland lebenden Christen nicht mehr "an das Glaubensdogma der leiblichen Auffahrt Jesu in den Himmel" glaube.
Promo-Video für den "Evolutionstag"
Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten
Erstreiten will die Giordano Bruno Stiftung den konfessionsfreien Feiertag im Namen der etwa ein Drittel konfessionslosen Deutschen - offenbar übersehend, dass es gerade der Mehrheit dieser Zielgruppe so ziemlich egal sein dürfte, aus welchem Grund sie an den gesetzlichen und - mit Ausnahme des "Tags der deutschen Einheit" religiös begründeten - Feiertagen in der Regel nicht nur Arbeit gehen muss.
Was würden wohl die beiden bärtigen Herren zu all dem sagen, um die es angeblich geht ...?
>>>WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA<<<
Studie: Stetiger Kreationismus-Trend selbst unter Biologie-Lehrern
21. Februar 2009
Unglaublich: Glaubenskriege via Werbung in London
9. Februar 2009
Umfrage offenbart Zweifel der Briten an Darwins Evolutionstheorie
3. Februar 2009
Atheismus: Dawkins-Jünger auf Werbekreuzzug
23. Oktober 2008
Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de
