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Dienstag, 3. März 2009

Strafendes Gottesbild kann krank machen

Gottesdarstellung in der Sixtinischen Kapelle, Michelangelo (1508 - 1512) | Copyright: Public Domain

Zürich/ Schweiz - In einer Studie haben Schweizer und deutsche Psychologen aktuell herausgearbeitet, dass der Glaube an einen strafenden Gott auch krank machen kann und fordern deshalb in zukünftige Behandlungen auch das Gottesbild der Patienten miteinzubeziehen.

Wie die Sonntagsausgabe der Aargauer Zeitung "Sonntag AZ" berichtet, haben Forscher der Universität Zürich und der Ruhr-Universität Bochum herausgefunden, dass Religiosität "gesundheitsgefährdend" sein kann. Während der Glaube bei Vielen in der Regel zum Seelenheil beitrage, gebe es auch Indizien dafür dass er das Wohlbefinden reduzieren und psychische Störungen wie Depressionen und Angstzustände verstärken könne.

In der Studie wurden 328 Schweizer Kirchgänger (Katholiken, Reformierte und Evangelikale) befragt, die in den vergangenen vier Jahren ein belastendes Erlebnis erlitten hatten - von sozialen Problemen über Krankheit bis hin zum Trauma oder Trauerfall.

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Statt, wie es die Forscher erwartet hatten, durch den Gauben gestärkt aus diesen Krisen hervorzugehen, habe sich in den Antworten ein eindeutiger Zusammenhang zwischen den jeweiligen Gottesbildern- und Vorstellungen der Befragten aufgezeigt, der - handelte es sich dabei um die Vorstellung eines strafenden Gottes - Depressionen und Angstzustände eher verstärkte. Einen eindeutigen positiven Effekt der Religion auf die untersuchten psychologischen Störungen konnte indes nicht nachgewiesen werden.

"Wir haben starke Anzeichen dafür, dass ein negatives Gottesbild zu psychischen Problemen führen kann", zitiert die Zeitung Bernd Krämer, Oberarzt an der Psychiatrischen Poliklinik des Universitätsspitals Zürich. "Es hat uns sehr überrascht, dass Religiosität nicht in Verbindung mit weniger Depression und Angst gebracht werden konnte."

Allerdings unterstreicht Krämer die Bedeutung der Qualität des Gottesbildes. Sieht jemand Gott positiv als gütigen und vergebenden Vater, der in schweren Zeiten zur Seite steht, so helfe dies durchaus in der Belastung einen Sinn zu finden. Wer hingegen ein negatives Gottesbild eines die Sünden der Menschen strafenden und rächenden Gottes habe, tue sich wesentlich schwerer im Umgang mit den psychischen Belastungen und sehe vermehrt in den eigenen Schicksalsschlägen eine göttliche Strafe.

Zukünftig so das Credo der Forscher, solle die Spiritualität der Patienten eine größere Rolle in deren Behandlung spielen. Auch sollen weitere Studien den Aspekt der Bedeutung von Religion auf psychologische Krankheitsbilder eingehender beleuchten.

Zu einem "Glaubensverzicht aus gesundheitlichen Gründen" wollen die Wissenschaftler hingegen ausdrücklich nicht aufrufen: "Natürlich darf man noch glauben. Denn Religion ist im Grunde etwas Gutes. Aber man muss aufpassen, dass man das nicht zu sehr generalisiert."

Was die Schweizer Forscher auf psychologischer Ebene eruieren konnten, schient sich, wenn es um physischen Schmerz geht, anders zu verhalten. So belegte im vergangenen Jahr eine Studie an der University of Oxford", dass religiöse Emotionen physische Schmerzen offenbar lindern können (...wir berichteten).

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Oxford-Studie: Glaube lindert Schmerzen
1. Oktober 2008


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / sonntagaz.ch / psychiatrie.usz.ch
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