Donnerstag, 28. Mai 2009

Meteorit birgt hohen Anteil organischer Ameisensäure

Der Tagish-Meteorit | Copyright: NASA

Toronto/ Kanada - In einem im Jahr 2000 im Tagish-See gestürzten Meteoriten haben kanadische Wissenschaftler einen enorm hohen Anteil von Methansäure-(Ameisensäure)-Molekülen außerirdischen Ursprungs entdeckt, wie sie auch zu den Grundbausteinen des organischen Lebens auf der Erde zählen.

Die Untersuchungen durch das Team um Dr. Christopher Herd an der University of Alberta erbrachten in dem kosmischen Brocken einen vier Mal höheren Anteil der Säuremoleküle als in anderen bisher untersuchten Meteoriten. Auf dem Treffen der American Geophysical Union (AGU) haben die Forscher ihre Ergebnisse jetzt erstmals vorgestellt.

Anhand der damit aufgezeigten Unterschiede zwischen den bisher untersuchten Meteoriten, offenbart sich den Forschern auch erstmals ein Einblick in die Diversität der Zusammensetzungen der Meteoriten aus den unterschiedlichen Bereichen des Asteroidengürtels und somit aus gänzlich unterschiedlichen Regionen des Sonnensystems.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
>>> HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen <<<

Schon im zuvor analysierten Murchinson-Meteoriten konnten Forscher eine Vielzahl von Aminosäuren nachweisen. Anhand der besonderen Isotope der Methansäure schlussfolgern die Wissenschaftler, dass der geschätzte 4,5 Milliarden Jahre alte Tagish-Meteorit aus einer der kalten Regionen des Alls stammt, die schon vor der Entstehung des Sonnensystems existierten.

Auf der Erde finden sich Methansäuren, die zu den zu den gesättigten Carbonsäuren zählen, unter anderem im Gift von Insekten wie Ameisen, zählen jedoch zugleich zu den wichtigsten Grundzutaten des irdischen Lebens. Die Säure wirkt wie ein Reduktionsmittel, also als Magnet für Sauerstoffatome während chemischer Reaktionen und erleichtert die Umwandlung von Amino- in andere Säuren. Hinzu, so vermuten Wissenschaftler, könnte sie auch bei der Umwandlung von primitiver RNA zu DNA eine Rolle spielen. RNA und DNA unterscheiden sich nur durch eine von vier Nukleobasen, wenn in der RNA Uracil statt Thymin vorkommt, welches in der DNA den Platz von Uracil einnimmt.

Im Murchinson-Meteorit fanden Forscher im Professor Mark Sephton vom Londoner Imperial College zwar Uracil, jedoch keine nachweisbaren Mengen an Thymin. Doch gerade die Ameisensäure ist dafür bekannt, dass sie genau jene Reaktionen unterstützen, die Uracil zu Tyhmin umwandelt.

>>>WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA<<<

Studie: Lebensfunken durch Meteoriten
8. Dezember 2008

Einsames Bakterium liefert Einsichten in mögliches außerirdisches Leben
12. Oktober 2008


Mars-Fossilien könnten Meteoritenritt zur Erde überstehen
3. Oktober 2008


Panspermie: Bärtierchen überleben Ausflug ins All
9. September 2008



Bücher zum Thema:

- - -

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / bbc.co.uk
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE