Meteoriteneinschlag (Ill.) | Copyright: D. Davis / NASASendai/ Japan - Forscher an der japanischen Tohoku-Universität belegen im Laborexperiment, dass Meteoriten - wie sie im massenweise in die Urozeane der frühen Erde geschlagen sind - die notwendige Energie geliefert haben können, so dass sich komplexe chemische Grundbausteine des Lebens bildeten.
Zu den bereits auf der Erde vorhandenen Grundzutaten kohlenstoffbasierten Lebens gaben die Wissenschaftler um Yoshihiro Furukawa und Toshimori Sekine vom National Institute for Materials Science in Tsukuba im Experiment die simulierte Aufschlagswucht eines Meteoriten hinzu, in dem sie mittels einer Abschussvorrichtung einen Miniatur-Meteoriten aus Nickel, Kohlenstoff und Eisen in die simulierte Ursuppe aus Wasser und Ammoniak feuerten. Im Experiment simulierten die Wissenschaftler dabei den Aufschlag eines Meteoriten mit einer Geschwindigkeit von zwei Kilometern pro Sekunde. Hierbei zeigte sich, dass das Gemisch auf zwischen 2600 und 4600 Grad Celsius extrem erhitzt wurde. Als Ergebnis konnten die Forscher sodann im simulierten Ur-Wasser Fettsäuren sowie die Aminoessigsäure Glycin nachweisen - die Grundlage also, für sich selbst replizierende Moleküle.www.grenzwissenschaft-aktuell.de
Um sicher zu sein, dass die entstandenen Komponenten auch tatsächlich durch den simulierten Einschlag - und nicht durch sonstige äußere Einflüsse - entstanden waren, verwendete Furukawas Team das seltene Isotop Kohlenstoff 13 und konnten dieses auch in den entstandenen Molekülen nachweisen.Im Fachmagazin "Nature Geoscience" beschrieben die Forscher, wie sie durch dieses Experiment ihre Arbeitshypothese bestätigen konnten, wonach der Großteil der für die Entstehung des Lebens notwendigen organischen Moleküle bei derartigen Einschlägen im Ur-Ozean erzeugt wurden. Durch unterschiedliche Temperatur-, Gas- und Druckverhältnisse, so die Forscher, hätten sich zudem zahlreiche Varianten bilden können, die sich dann in großen Mengen mit den zu erwartenden Staub-, Gas- und Dunstwolken als Folge der Einschläge, auch global hätten verbreiten können.
Somit stellt das Ergebnis der japanischen Experimente eine völlig neue Sicht auf jene Theorie dar, die besagt, dass das Leben von Meteoriten zur Erde gebracht wurde. Die so genannte Panspermie-Hypothese besagt, dass die biochemischen Komponenten selbst, sozusagen huckepack und im Innern der kosmischen Geschosse auf die Erde gelangten und hier den notwendigen Nährboden zur Weiterentwicklung des Lebens gefunden hätten. Kritiker der aktuellen Schlussfolgerungen der japanischen Forscher vermuten indes, dass ein Meteorit, der groß genug gewesen wäre, um einen derartigen Einschlag und Energien zu erzeugen und freizusetzen, die dabei möglicherweise entstandenen Komponenten auch gleich wieder vernichtet hätte.
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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nature.com
