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Freitag, 8. Mai 2009

Und wieder neue Kornkreise

Avebury/ England - Die unerwartete geometrische Vielfalt von frühen Kornkreisen in Rapsfeldern setzt sich auch im Mai weiterhin fort: Drei neue Kornkreismuster wurden in der südenglischen Grafschaft Wiltshire entdeckt.

03.05.2009: Kornkreisformation am East Kennet Long Barrow in Wiltshire | Copyright: LucyPringle.co.uk

Grafische Rekonstruktion | Copyright: A.Müller, kornkreise-forschung.de

Die erste Formation im Mai wurde am Vormittag des 3. Mai aus der Luft in einem Rapsfeld in der Nähe des nur wenig bekannten Langkammergrabes von East Kennet gefunden. Das Muster aus vier bzw. acht quadratisch-rotierend angeordneten Ringen und Kreisen hatte einen Durchmesser von rund 60 Metern. Aufgrund schlechter Wetterverhältnisse konnte die Formation erst relativ spät genauer untersucht werden, nachdem zuvor möglicherweise jedoch bereits einige Besucher ihre Spuren hinterlassen hatten. Im sehr leicht brechenden Raps sind auffällige Schäden durch vermeintliche Fälscher aber auch durch spätere Besucher unvermeidbar, weswegen eine genaue Zuordnung der gefundenen Schäden an den Pflanzen kaum mehr möglich war.

Bereits einen Tag später wurde, ebenfalls bei einem Rundflug über die Gegend, eine sich schätzungsweise bis zu 250 Meter über ein Feld erstreckende Langformation in einem Rapsfeld bei Manton, nahe Marlborough, entdeckt. Formell stellte das Kornkreismuster zahlreiche Bezüge zu früheren Kornkreisen und -Formationen her.

04.05.2009: Langformation nahe Manton, Wiltshire | Copyright: John Montgommery, cropcircleconnector.com

Grafische Rekonstruktion | Copyright: A.Müller, kornkreise-forschung.de

Außer aus der Luft, ist die Formation selbst vom Boden aus nicht zu sehen und zieht sich zudem über einen leichten Hügel im Feld hinweg, weswegen es vor Ort auch nicht möglich ist, von einem Ende der Formation das andere Ende einzusehen. Die topografische Unebenheit mag auch ein Grund für einen erkennbaren Knick in der Längsachse der Formation sein. Im Innern der Formation stieß Kornkreisforscher Charles Mallett auf erheblichen Schaden an den Pflanzen, wenn diese größtenteils abgebrochen, geknickt und beschädigt zu Boden lagen.

Allerdings, so Mallett in seinem Bericht auf "silentcircle.co.uk", erschienen diese Schäden nahezu beabsichtigt und "zeigten nicht das übliche Muster, wie es unbeabsichtigt beim Fälschen entsteht". Aufgrund des Zustandes der beschädigten Pflanzen glaubt ein von Mallett als "erfahrener Beobachter" bezeichneter Berater rückschließen zu können, dass die Schäden zwischen 6 und 7 Uhr morgens entstanden sein mussten. Ob dies auch mit der Entstehung bzw. Anlegung des Musters übereinstimmt, ist bislang noch nicht bekannt. Zudem wurden bei der Inspektion am späteren Morgen des 4. Mai eine Taschenlampe und ein Bonbonpapier gefunden, die beide wie beabsichtigt im Zentrum eines der Kreise platziert worden waren. Beide Gegenstände, so die Einschätzung von Mallett, zeigten keine Spuren davon, dass sie dem nächtlichen Nieselregen oder dem morgendlichen feuchten Tau ausgesetzt gewesen waren. Sollten sie also - ebenso wie die Schäden an den Pflanzen - erst "nach" Entstehung der Formation hinzugefügt bzw. platziert worden sein? So kurios diese Vermutung klingen mag - schon in früheren Jahren hat es Kornkreise gegeben, deren Inneres in einer der Folgenächte nach ihrer eigentlichen Entstehung regelrecht verwüstet worden war. "In manchen Fällen waren es die Bauern selbst, die damit wahrscheinlich weitere Besucher vom betreten des Feldes abschrecken wollten. In anderen Fällen war die Situation schon merkwürdiger, da nur die Pflanzen selbst, nicht aber das eigentliche Muster nachträglich beschädigt worden waren", erinnert sich der deutsche Kornkreisforscher Andreas Müller, der seit 16 Jahren das Kornkreisphänomen vor Ort erforscht, an frühere Fälle. "Was letztere Vorgehen bewirken soll, wissen wir bislang nicht."


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Deutliche Spuren ganz anderer Art haben die offenkundig unerfahrenen Hersteller einer mehr als ungenauen und krummen Formation bei Liddington Castle hinterlassen, von der - obwohl schon am 25. April erstmals entdeckt (...wir berichteten) - erst jetzt ein Luftbild vorliegt, angesichts dessen jeglicher Kommentar überflüssig erscheint:

Luftbild: Krummer Kornkreisversuch bei Liddington Castle | Copyright: Eva Maria Brekesto, kornsirkler.org

Das bislang letzte Kornkreismuster wurde am frühen Morgen des 6. Mai 2009 in einem Rapsfeld an der All Cannings Bridge, nahe Stanton St. Bernard, von der Straße aus entdeckt und hatte einen Durchmesser von rund 70 Metern. Da sechsgliedrig aufgebaute Blütenmuster wirkt auf den ersten Blick symmetrisch, weist aber bei einer Detailbetrachtung eine merkwürdige Verschiebung des Innenteils im Verhältnis zu den äußeren 12 bzw. 24 "Blättern" auf.

06.05.2009: Blütenförmiger Kornkreis an der All Cannings Bridge in Wiltshire | Copyright: Olivier Morel, wccsg.com

Grafische Rekonstruktion | Copyright: A.Müller, kornkreise-forschung.de

Auch hier kamen den Kornkreisforschern leider zahlreiche frühere Besucher zuvor, weswegen auch hier die gefundenen Schäden und Trampelspuren nur schwer zugeordnet werden können. Allerdings stieß Charles Mallett in einigen Teilen des Kornkreises auf eindeutig im einem Winkel von annähernd 90 Grad gebogene Rapshalme, wie sie ganz bestimmt nicht das Ergebnis mechanischen Drucks sind: "Werden Rapspflanzen über einen bestimmten Winkel hinaus gebogen, knicken sie unweigerlich oder brechen gar gänzlich durch. Die im Kornkreis vereinzelt gefundenen deutlich auf 90 Grad gebogenen Halme sind zwar interessant, aber nicht zwangsläufig aussagekräftig", erläutert Müller den Fund. "Es kommt auch vor, dass die Pflanzen schon von Beginn an aufgrund äußerer Einflüsse in der frühen Wachstumsphase derartig gebogen wachsen. Wenn also in einem Raps-Kornkreis vereinzelte solcher Pflanzen gefunden werden, sollte man dieses Detail zumindest mit Vorsicht genießen. Wären nahezu alle, das Muster bildende Rapspflanzen derartige verbogen, sähe das schon anders aus."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / kornkreise-forschung.de / cropcircleconnector.com / lucypringle.co.uk / silentcircle.co.uk / kornsirkler.org
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