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Montag, 8. Juni 2009

Studie: Selbst extremophile Mikroben hätten es auf dem Mars schwer

Die Mars Simulation Chamber am Kennedy Space Center der NASA in Florida | Copyright: NASA/A.Schuerger

Merritt Island/ USA - Als so genannte Extremophile werden Organismen bezeichnet, die sich selbst den widrigsten und extremsten Umweltbedingungen auf der Erde erfolgreich angepasst haben. Forscher am des Space Life Science Lab am Kennedy Space Center der NASA haben diese irdischen Überlebenskünstler nun den simulierten Umweltbedingungen des Mars ausgesetzt.

In ihren Untersuchungen, die das Team um den Mikrobiologen Andrew C. Schuerger im Fachmagazin "Astrobiology" darlegt, haben die Wissenschaftler das extremophile Bakterium Psychrobacter cryohalolentis, das sich selbst noch bei extremer Trockenheit und Temperaturen von weniger als minus 10 Grad Celsius fortpflanzt und gedeiht, den simulierten Umweltbedingungen des heutigen Mars ausgesetzt. Genauer gesagt bedeutet dies: extreme Kälte, große Trockenheit und eine durch die dünne Marsatmosphäre kaum abgeschirmte konstante ultraviolette Strahlung.

Die Ergebnisse sollen dazu genutzt werden, den Mars und andere Himmelskörper, auf welchen die Forscher außerirdisches Leben für möglich halten, bei zukünftigen Mission noch besser vor einer möglichen Kontamination mit irdischen Organismen zu schützen und so nicht nur mögliche Ökosysteme auf den besuchten Himmelskörpern, sondern auch die Suche nach Spuren außerirdischen Lebens nicht zu gefährden. Kurz: Die Studien sollen zeigen, was auf dem heutigen Mars existieren kann und was nicht.

"Wenn wir extremophile irdische Spezies finden, die den Bedingungen auf der Marsoberfläche gewachsen sind, hier gedeihen und sich vermehren können, so steigt auch die Chance auf dem Planeten selbst auf [außerirdisches] Leben zu stoßen", so Schrueger.

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Zugleich untersuchte das Team, wie stark Verbindungen aus salzigen Mineralien, wie sie auf der Oberfläche und im Boden des Roten Planeten bereits nachgewiesen wurden, vermeintlich vorhandene Mikroorganismen vor der schädlichen UV-Strahlung abschirmen und schützen könnten.

Die Experimente zeigten, dass zumindest Psychrobacter cryohalolentis auf der Marsoberfläche kaum Schutzräume vor der ultravioletten Strahlung fände, selbst dann nicht, wenn die Bakterien durch Sandstürme unter einer Staubschicht begraben würden oder inmitten einer salzigen Mineralmischung angesiedelt wären.

"Wie sich zeigte, war die UV-Strahlung nahezu überall in der Lage, die salzige Schutzschicht zu durchdringen und auf die Organismen schädigend einzuwirken." Somit schließen die NASA-Forscher nahezu, dass irdische Extremophile, die es an Bord einer Sonde zum Roten Planeten schaffen sollten, hier kaum Überlebenschancen vorfänden und somit eventuell vorhandene, an die Umweltbedingungen angepassten Mars-Bewohnern gefährlich werden, geschweige denn sich auf dem Planeten vermehren und ausbreiten könnten.

Dennoch seien weitere Untersuchungen anhand anderer Salzminerale notwendige, um eine Gefahr gänzlich auszuschließen. Es gäbe Verbindungen, von welchen nur wenige Millimeter zum Schutz gegen die UV-Strahlung ausreichen, andere müssten hierzu schon bis zu zehn Zentimeter dick sein, so Schrueger.

Auch müssten für zukünftige Missionen, bei welchen die Instrumente der Sonden in eine Bodentiefe von mehr als 10 Zentimetern vordringen, gesonderten Konditionen unterliegen, da ab einer solchen Tiefe schon alleine der Marsboden einen möglichen Schutz für irdische Mikroorganismen bieten kann.

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