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Montag, 7. September 2009

Älteste europäische Faustkeile sind fast 900.000 Jahre alt

Archiv: Faustkeil aus Kent (Illu.) | Copyright: Public Domain

Berkeley/ USA - Moderne Analyseverfahren belegen, dass in den 1970er Jahren in Spanien gefundene steinerne Faustkeile zwischen 760.000 und 900.000 Jahre alt und somit deutlich älter ist, als bislang angenommen. Stimmen die Ergebnisse der Untersuchungen, so muss die Geschichte der Werkzeugnutzung in Europa massiv neu datiert werden.

Der Übergang zwischen der Nutzung primitiver Werkzeuge und exakt gearbeiteter, zweiseitiger Faustkeile markiert einen bedeutenden Schritt in der Geschichte der Technologie. Die Faustkeile waren vielseitig einsetzbar und werden aus diesem Grund hier und da auch als die "Schweizer Taschenmesser der Steinzeit" bezeichnet.

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Bislang klaffte zwischen den ältesten derartigen Werkzeugfunden, wie sie an afrikanischen Fundorten entdeckt wurden und europäischen Exemplaren (Boxgrove Axt) eine für die Wissenschaft bislang rätselhafte Lücke von nahezu einer Million Jahre, wurden die ersten Faustkeile in Afrika doch schon vor rund 1,5 Millionen Jahren hergestellt.

Gary Scott und Luis Gibert vom "Berkeley Geochronology Centre" haben eine in den 1970er Jahren an den spanischen Fundorten La Solana del Zamborino und Estrecho del Quipar gefundene Faustkeile nun paläomagnetisch untersucht und dabei festgestellt, dass das Werkzeug irgendwann zwischen 760.000 und 900.000 Jahren hergestellt wurde. Die Methode (Magnetostratigrafie) basiert auf den Wechseln der Polarität des Erdmagnetfelds, die sich in der Erdgeschichte sehr häufig ereignet haben, anhand feinkörniger magnetischer Mineralien in den Proben gemessen werden können und sich somit zeitlich zuordnen lassen.

Im Fachmagazin "Nature" haben die Forscher ihre Untersuchungsergebnisse veröffentlicht und belegen somit, dass die technologische Kluft zwischen Afrika und Europa deutlich weniger groß war, als bislang angenommen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nature.com

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