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Montag, 21. September 2009

Kontroverse um "Creation": Spielfilm über Darwin zu kontrovers für das bibelgläubige Amerika

Filmszene aus "Creation" | Copyright: creationthemovie.com

London/ USA - Ein britischer Spielfilm über Leben und Werk von Charles Darwin hat in den USA bislang keinen Verleih gefunden. Die Produzenten erklärten, die in dem Film hervorgehobene Zerrissenheit zwischen Religion und Wissenschaft sei für das bibelgläubige Amerika offenbar zu kontrovers.

Schon der Titel der filmischen Biografie "Creation" (Schöpfung) birgt Potential für Kontroversen, beschreibt er doch nicht nur Darwins Dilemma zwischen Glaube und Rationalität und zeigt den Wissenschaftler als einen Menschen, der nicht nur seinen Glauben an Gott verliert.

Trailer zu "Creation"

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Als Eröffnungsfilm auf dem Toronto Film Festival in Kanada erstmals gezeigt, wurde der Streifen bereits in nahezu alle Teile der Welt verkauft - außer in die USA, berichtet der britische "Telegraph" und zieht eine Gallup-Umfrage vom vergangenen Februar hinzu, um diesen Umstand zu erklären. Diese zeigte, dass nur 39 Prozent der US-Amerikaner an die naturwissenschaftlich anerkannte darwinsche Evolutionstheorie glauben. Hinzu werde der Film auf zahlreichen US-Internetseiten schon vorab kontrovers, meist ablehnend und teilweise bösartig diskutiert.

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Die christliche Filmkritik-Seite "Movieguide.org" bezeichnet Darwin (im Film gespielt von Paul Bettany) vor diesem Hintergrund als Urvater der Eugenik, "als Rassisten, bigott und Naturalisten des 18. Jahrhunderts, dessen Erbe der Massenmord" sei. Seine "unausgegorenen Theorien" seien, so die Internetseite, "Grundlage für Adolf Hitler, Kriegsgräuel, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das Klonen und die genetische Manipulation".

Gegenüber dem "Telegraph" zeigt sich der Produzent von "Creation", Oskarpreisträger Jeremy Thomas, erstaunt darüber, dass derartige Ansichten selbst 150 nach Veröffentlichung von Darwins Hauptwerk "Die Entstehung der Arten" immer noch existieren: "Unser Film hat bislang in den USA keinen Verleih gefunden - überall sonst auf der Welt, aber nicht in den USA. Der Grund hierfür liegt in dem, um was es in dem Film geht. Menschen, die den Film gesehen haben, haben uns gesagt, es sei der beste Film des Jahres. Aber in den USA interessiert sich kein Verleih dafür."

Entgegen den Vorurteilen gegen den Film, gehe es darin nicht um die Widerlegung von Religion oder gar Gott. Man habe hingegen versucht, Darwins Zerrissenheit zwischen Religion und Wissenschaft ausgeglichen zu porträtieren und deshalb auch dem Charakter von Darwins tiefgläubiger Frau Emma - gespielt von Jennifer Connelly (...wir berichteten) - eine wichtige Rolle zugeteilt.

Selbst die US-Filmfachzeitschrift "The Hollywood Reporter" kommentierte die andauernde Kontroverse um "Creation" mit den Worten, dass es eine "große Schande wäre, wenn Menschen mit religiösen Überzeugungen den Film abweisen würden, da gerade sie ihn wahrscheinlich als sehr ausgeglichen und klug empfinden werden".

Wann genau der Film auch in Deutschland zu sehen sein wird, ist bislang noch nicht bekannt.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / telegraph.co.uk
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