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Mittwoch, 7. Oktober 2009

Forscher präsentieren neue Studie über Lebensfreundlichkeit von Himmelskörpern im Sonnensystem

Die Grafik zeigt einen Vergleich des potentiell vorhandenen Lebensraumes, in diesem Fall H, bzw. dargestellt durch die grünen Kugeln, auf den Planeten Erde und Mars sowie auf den Monden Europa, Titan und Enceladus (nicht zu verwechseln mit dem in der folgenden Meldung angesprochenen SPH-Wert). Auf der Erde sind dies Teilen der Atmosphäre, also auch der Oberfläche, der Ozeane und unterirdische Areale | Copyright: UPR Arecibo, NASA Photojournal

Arecibo/ Puerto Rico - Wissenschaftler der "Universidad de Puerto Rico en Arecibo" (UPRA) haben in einer aktuellen Studie die Planeten und Monde unseres Sonnensystems auf ihre Lebensfreundlichkeit untersucht. Dabei zeigte sich, dass der sogenannte Habitabilitätsindex für den Saturnmond Enceladus am höchsten liegt. Allerdings bezieht sich das Modell bislang nur auf Leben, auf den von der Erde bekannten Grundlagen und berechnet mögliche alternative Erscheinungsformen des Lebens nicht mit ein.

Basierend auf der von Mendez erdachten "Quantitative Habitability Theory" (QH Theory), die von zwei neuen biophysikalischen Parametern, H als Wert für die potentielle Bewohnbarkeit (Habitabilität) und M als Wert für die biologische Dichte (Habitation), ausgeht, haben die Forscher in Arecibo vornehmlich Daten zu Temperatur und Feuchtigkeit miteinander verglichen, da diese sich direkt von den beschriebenen Parametern ableiten lassen, Vergleichswerte von der belebten Erde bekannt sind und auch auf anderen Himmelskörpern verhältnismäßig leicht zu gemessen werden können. Je höher der daraus errechnete Faktor, des von den Forschern "Standard-Primär-Habitabilität" (SPH) genannten Index liegt, desto idealer die Voraussetzungen für Leben auf dem Himmelskörper.

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Ihre Ergebnisse haben die Forscher um Professor Abel Mendez auf dem Jahrestreffen der Planetenwissenschaftler der American Astronomical Society (AAS) am vergangenen Montag in Fajardo präsentiert.

Der SPH gibt demnach immer den maximalen Wert für die Lebensfreundlichkeit eines Planeten an. Dieser kann sich jedoch durch weitere Faktoren reduzieren.
Während die Erde heute einen Wert von 0,7 auf der Skala der Wissenschaftler erreicht, lag dieser vor rund 80 Millionen Jahren, in der späten Kreidezeit noch bei 0,9.

Die Liste der nach der Erde am lebensfreundlichsten Himmelskörper wird laut Mendez vom Saturnmond Enceladus angeführt, dicht gefolgt vom Jupitermond Europa und dem Planeten Mars. Allerdings werden die Topwerte von Enceladus durch den Umstand eingeschränkt, dass die Lebensfreundlichkeit des Mondes sich lediglich auf jene Areale unterhalb des gefrorenen Eispanzers und nicht auf die Oberfläche beziehen. Hier vermuten Wissenschaftler schon lange einen oder mehrerer Ozeane aus flüssigem Wasser. Die Chancen, auf der Oberfläche auf Leben zu stoßen, liegen demnach nach der Erde auf Europa und dem Mars an besten.

Zukünftig wollen die Forscher ihre Kriterien auf Faktoren wie Licht, Kohlendioxid- und Sauerstoffgehalt der Luft und die Nährstoffkonzentrationen im Boden der Himmelskörper ausweiten. Die Forscher hoffen auch, ihre Methode auf Planeten und Himmelskörper jenseits unseres Sonnensystems anwenden zu können.

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Quellen. grenzwissenschaft-aktuell.de / upra.edu / aas.org / astronomy.com
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