Orbitaldiagramm des Vorbeifluges von "2010 AL30" am 12./13. Januar 2010 mit einer Taktung von jeweils zwei Stunden | Copyright: NASAPasadena/ USA - In die Diskussionen und Spekulationen um das Himmelsobjekt "2010 AL30" hat sich nun auch die NASA eingebracht und einen künstlichen Ursprung des Kleinasteroiden ausgeschlossen.
Zuvor hatte die Umlaufzeit des Objekts von nahezu exakt einem Erdenjahr nicht nur für Diskussionen darüber gesorgt, ob es sich dabei um irdischen Weltraumschrott handeln könnte (...wir berichteten), sondern auch Spekulationen darüber angeregt, ob "2010 AL30" ein Artefakt exotischerer - sprich außerirdischer - Herkunft sein könne.
Entdeckt am 10. Januar 2010 von der LINEAR-Beobachtungsstelle an den "Lincoln Laboratories" des MIT, kreuzte das Objekt am 13. Januar 2010 die Mondbahn und erreichte mit nur knapp 130.000 Kilometern seinen geringsten Abstand zur Erde.
"Die Umlaufbahn des Objekts reicht jedoch an seinem der sonnennächsten Punkt an die Umlaufbahn der Venus und erreicht jene des Mars an seinem von der Sonne am weitesten entfernten Punkt", erläutern die Astronomen des "Jet Propulsion Laboratory" (JPL) der NASA. Die Erdumlaufbahn kreuze "2010 AL30" zudem in einem sehr steilen Winkel, was es hinzu unwahrscheinlich mache, dass es sich um Weltraumschrott, möglicherweise eine alte Raketenstufe, handeln könnte. Auch könne man die Flugbahn des Asteroiden mit keinem neuerlichen bekannten Raketenstart in Übereinstimmung bringen und das Objekt habe sich noch nie zuvor während des Raumfahrtzeitalters der Erde genähert.
Laut JPL spreche alles dafür, dass es sich bei "2010 AL30" tatsächlich um einen natürlichen, jetzt erdnahen, Asteroiden von einer Größe zwischen 10 und 15 Metern handele, von welchen es schätzungsweise zwei Millionen im Weltraum gibt. Eigentlich wäre zu erwarten, dass nahezu jede Woche ein solches Objekt innerhalb der Mondumlaufbahn die Erde passiert.
Eine Bedrohung stellen derart kleine Asteroiden bis zu 25 Meter Durchmesser jedoch kaum dar, da sie bei einem Eintritt in die Erdatmosphäre größtenteils oder gar ganz verglühen und nur geringe bis keine Schäden auf der Erdoberfläche verursachen.
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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / jpl.nasa.gov
