Standbilder der "Deep Impact" Aufnahmen zeigen Sonnenlicht das von Wasserflächen in Kalifornien reflektiert wird | Copyright: Don Lindler, Sigma Space Corporation/GSFCGreenbelt/ USA - Aufnahmen der NASA-Raumsonde "Deep Impact" in Richtung Erde zeigen helle Lichtblitze, hervorgerufen vom Sonnenlicht, das von großen Wasserfläche des Blauen Planeten reflektiert wird. Aufgrund Entfernung der Sonde von derzeit bald 18 Millionen Kilometern bestätigen die Aufnahmen bisherige Visionen von Astronomen, anhand derartiger Lichtblitze flüssige Oberflächen und damit Ozeane und große Seen auch auf Planeten außerhalb unseres Sonnensystems nachweisen zu können (...wir berichteten).
Während wir entsprechende Reflexionen aus unserem Alttag von Fenster- und Autoscheiben kennen, lassen im planetaren Maßstab nur große glatte Flächen, etwa ebenmäßig zugefrorene oder gar flüssige Ozeane und große Seen, entsprechende Lichtblitze entstehen, die hell genug sind, um auch noch aus großen Entfernungen, etwa von anderen Himmelskörpern oder Weltraumteleskopen aus, wahrgenommen werden zu können.
"Wäre es nicht die Erde sondern ein extrasolarer Planet, der von der Sonde ins Visier genommen wurde und hätte dieses Glitzern sich in regelmäßigen Abständen wiederholt, dann wüssten wir, dass es auf diesem Planeten Seen, Ozeane oder andere mit einer Flüssigkeit - beispielsweise Wasser - gefüllte Flächen gibt. Mit derartigen großen Wasserflächen würde dann auch die Chance steigen, Leben auf diesen Himmelskörpern zu finden", erklärte Drake Deming vom Goddard Space Flight Center der NASA.
Deming ist Chefwissenschaftler der Mission des Projekts "Extrasolar Planet Observations and Characterization" (EPOCh). Nach der Erfüllung ihrer Primärmission (der Erkundung des Kometen Tempel 1) verwendet dieses Projekt die "Deep Impact"-Sonde, nun unter dem Namen EPOXI, unter anderem zur Erdbeobachtung aus der Ferne.
Aus den Fernbeobachtungen der Erde erhoffen sich die Wissenschaftler Erfahrungen für den Fall sammeln zu können, dass ein Exoplanet nah genug entdeckt wird, damit er mit Teleskopen direkt beobachtet und untersucht werden kann.
Zwar war die Sonde zum Zeitpunkt der Aufnahmen noch nah genug, um Details der Erdoberfläche darstellen zu können, dennoch erschien der Baue Planet von "Deep Impact" aus ohne optische Hilfsmittel betrachtet selbst nur noch als weit entfernter kleiner Punkt. "Dieser Umstand erlaubt es uns, die Umstände für die Beobachtung eines Exoplaneten genau zu simulieren", zeigt sich auch der Chefwissenschaftler der EPOXI-Mission, Michael A'Hearn von den Filmaufnahmen begeistert.
Zwar hatten die Forscher den Nachweis des Glitzerns erwartet, doch von deren Intensität und Konzentration waren dir Forscher überrascht. Das Glitzern wurde sowohl von Ozeanen als auch großen Seen auf den Landmassen hervorgerufen. Jetzt wollen die Wissenschaftler des sogenannten "Earth-Glint"-Projekts die einzelnen Reflextionen in einem Katalog ihren konkreten Quellen zuordnen. Damit soll es zukünftig möglich sein, anhand der beobachteten Details auch auf die Oberflächenstruktur der erhofften Exo-Erden schließen zu können.
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Ozeanglitzern könnte Wasserplaneten anzeigen
11. August 2008
Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
