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Freitag, 30. April 2010

Glaube und Autorität legen skeptische Hirnregionen lahm

Archiv: Mitglieder der "Pentecostal Church of God" in Lejunior, Kentucky beten 1946 für ein junges Mädchen | Copyright: Public Domain

Aarhus/ Dänemark - Werden Tiefgläubige wir von einem charismatischen Heilsbeter besprochen, dann zeigen Regionen, wie sie im Hirn für Skepsis und Aufmerksamkeit verantwortlich sind deutlich weniger Aktivität. Zu dieser Erkenntnis gelangten dänische Neurologen in einer aktuellen Studie. Der nachgewiesene Effekt könnte sich aber auch unter anderen Berufs- und Glaubensverhältnissen einstellen.

In ihrer Studie untersuchte das Team um Uffe Schjodt von der "Aarhus Universitet" tiefgläubige Mitglieder sogenannter Pfingstgemeinden, unter denen der Glaube verbreitet ist, dass auserwählte Menschen über die Gabe von Gott gegebener Heilkräfte, herausragender Weisheit und Prophetie verfügen.

Mittels Funktioneller Magnetresonanztomographie (FMRI) haben die Forscher 20 Gläubige und ebenso viele Nichtgläubige Personen untersucht, während allen Probanden aufgezeichnete Heilsgebete vorgespielt wurden. Zuvor wurde den Probanden gesagt, dass jeweils sechs der zu hörenden Gebete von einem Heilprediger, einem gewöhnlichen christlichen Geistlichen und einem Nichtgläubigen vorgetragen wurden. In Wirklichkeit wurden jedoch alle Gebete von einem gewöhnlichen Christen rezitiert.

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Das Ergebnis der Untersuchung zeigte, dass sich lediglich die Hirnaktivität der Pfingstgläubigen als Reaktion auf die Gebete veränderte - und auch nur dann in gesteigerter Form, wenn sie glaubten, die Gebete des Heilpredigers zu hören. Hier wurden Teile des präfrontalen Cortex als auch des anterioreren cingulärern Cortex nahezu abgeschaltet. Die betroffenen Regionen spielen im Normalfall eine Schlüsselrolle für Aufmerksamkeit und Skeptizismus, wenn es darum geht, Aussagen anderer Personen auf deren Wahrheitsgehalt hin einzuschätzen. Im Vergleich zum den vermeintlichen Gebeten dieses Predigers verringerte sich zwar auch die Aktivität angesichts der Rede des gewöhnlichen Geistlichen, hier jedoch deutlich schwächer.

Laut Schjodt erkläre das Ergebnis der Hirnscans, warum bestimmte Personen Einfluss über andere erlangen können. Abhängig sei diese Fähigkeit, etwa die der Prediger, jedoch von vorgefestigten Meinungen und dem Glauben der Gläubigen an die Fähigkeiten des Predigers, dessen Autorität und Glaubwürdigkeit.

Auch wenn sich die Studie nur auf Gläubige und deren religiöse Führer beschränkte, so gehen die dänischen Neurologen jedoch davon aus, dass sich ähnliche Vorgänge auch in anderen Berufs-, Glaubens,- und Abhängigkeitsgruppen einstellen können, etwa zwischen Kindern und Eltern, Patienten und Ärzten aber auch zwischen charismatischen Politikern und deren Anhängern.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / au.dk
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