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Mittwoch, 28. April 2010

Türkische und chinesische Forscher wollen Arche Noah auf dem Ararat entdeckt haben

Blick in das Innere einer der Räume | Copyright: noahsarksearch.net

Hong Kong/ China - Ein Team aus türkischen und chinesischen Wissenschaftlern will auf dem Berg Ararat in der Osttürkei Überreste einer künstlichen, hölzernen Struktur entdeckt haben, die sie für die biblische Arche Noah halten. Auf einer Pressekonferenz haben die Forscher nun erstmals ihre Funde und Schlussfolgerungen präsentiert.

Laut der Pressemitteilung des evangelikalen Forscherteams, das unter dem Namen "Noahs Ark Ministries International" auftritt und von der "The Media Evangelism Limited" unterstützt wird, stieß man auf rund 4.000 Metern auf eine große hölzerne Struktur, deren Alter auf rund 4.800 Jahre bestimmt wurde.

Gemeinsam mit den Forschern zeigten sich Vertreter der türkischen Regierung mehr als zuversichtlich, dass es sich tatsächlich um die Arche Noah handelt. Jetzt hofft man beider Seiten darauf, dass der Fundort möglichst schnell unter den Schutz der UNESCO gestellt wird, um so weitere Ausgrabungen zu sichern. Nicht nur vorige Forscher und lokale Legenden - auch schon Bibel und Koran benennen den Ararat als jenen Ort, an dem die Arche nach der Sintflut landete.

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Blick auf den Ararat | Copyright: noahsarksearch.net

Alleine schon der Beweis Holzfunden auf dem Ararat in einer Höhe von mehr als 4.000 Metern, so die Forscher, sei von großer Bedeutung, da es hier oben laut Angaben der Forscher noch nie Bäume gegeben habe und bislang auch keine hölzernen Behausungen auf dem Ararat auf über 3.000 Metern bekannt seien.

Teilweise im Innern eines Gletschers stießen die Forscher um Ahmet Ertugrul und Panda Lee auf eine große Strukturen, die wiederum in insgesamt sieben, aus hölzernen Planken bestehenden, "Räume" unterteilt ist, die alle eindeutig künstlichen Ursprungs sind. Ihren Fund und die ersten Begehungen der zugänglichen Räume und Kammern haben die Forscher ausführlich filmisch und fotografisch dokumentiert.

"Im Juni 2008 habe ich von der Holzstruktur zum ersten Mal erfahren. (...) Eine Expedition zu dem beschriebenen Fundort bestätigte die Angaben und wir fanden die Holzstruktur", berichtet Ertugrul auf der Seite des Team "noahsarksearch.net".

Jeder der Planken und Balken, aus welchen die Wände der Räume bestehen, ist etwa 20 Zentimeter dick: "Ich konnte Zapfen ausmachen, durch welche die Planken miteinander verbunden sind", so Lee. Auch im eis des Gletschers selbst stießen die Forscher auf zerbrochene Holzfragmente von bis zu 20 Metern Länge.

Balkenkonstruktion im Innern eines "Raumes" | Copyright: noahsarksearch.net

Einer der bislang entdeckten "Räume" sei L-förmig, ein anderer habe eine Höhe von fünf Metern und konnte von den Forschern nur durch Abseilen erreicht werden. Die Wände der Räume seien nicht rechtwinklig sondern leicht gebogen. In einem weiteren Raum gebe es eine Tür von 1 x 1,5 Metern, die wahrscheinlich in einen weiteren "Raum" führe. Aufgrund von Sauerstoffmangels sei dieser jedoch noch nicht eingehender erkundet worden. Zudem fanden die Forscher einen Gang, der zwei der Räume miteinander verbindet sowie Halterungen an den Wänden, an welchen wahrscheinlich einst Seile befestigt gewesen seien: "Vielleicht, um damit Tiere voneinander zu trennen oder festzumachen?", spekulieren die Forscher ganz im Sinne ihrer Theorie, dass es sich bei der Struktur um die Arche Noah handelt. In einem weiteren Raum gibt es eine treppenartige Struktur, an deren Ende sich eine weitere Tür befand, die bislang jedoch noch nicht geöffnet werden konnte. Der zuletzt untersuchte siebte Raum habe eine Ausdehnung von 5 x 12 Metern.

Aufgrund der historischen Aufzeichnungen, so die Presseerklärung, gehen die Forscher davon aus, dass die wahrscheinlichste Erklärung für die Struktur bislang jene sei, dass es sich tatsächlich um die Überreste der Arche handele. Weitere wissenschaftliche Untersuchungen seien nun jedoch notwendig, fügte der Arche-Forscher Gerrit Aalten den Aussagen hinzu. Auch sei die Position der Struktur, die leicht auf dem Abhang geneigt, typisch für die Vorstellung eines an einem Berg gelandeten Schiffes. An einem Ende sei die Struktur stark verwittert und könne hier durch ein Loch betreten werden. Der größte Teil sei von Gestein und Eis umgeben und eingeschlossen. Laut dem an den Untersuchungen beteiligten Archäologen, Professor Oktay Belli handelt es sich um die "größte Entdeckung in der Geschichte".

Weiteres Detail aus einem der Räume | Copyright: noahsarksearch.net

Für den ebenfalls beteiligten türkischen Geologen Dr. Ahmet Özbek können die lokalen Umweltbedingungen den noch erstaunlich guten Erhaltungszustand der Holzstruktur erklären: "Die heutige permanente Schneegrenze auf dem Ararat liegt bei 3.900 Metern. Die Struktur wurde auf mehr als 4.000 Metern gefunden. Niedrige Temperaturen, Gletscherablagerungen und vulkanisches Material trugen wahrscheinlich dazu bei, die Struktur so zu erhalten, wie sie nun gefunden wurde." Nach seinen ersten Berechnungen sei die Struktur in der Lage gewesen, das bis zu Fünffache des Eigengewichts zu tragen.

Die anwesenden Vertreter der türkischen Regierung zeigten sich von dem Fund begeistert und wollen die weiteren Arbeiten unterstützen.

Kritiker der Behauptung, dass es sich wahrscheinlich um die Arche Noah handele, vermuten hingegen, dass es sich um die Reste einer einstigen menschlichen Siedlung bzw. Behausung handeln könnte. Dieser Ansicht widersprechen die Forscher und verweisen auf den Umstand, dass bislang keinerlei Bauten auf über 3.000 Metern bekannt seien. Des weiteren darf erwartet werden, das der evangelikale Hintergrund der Forscher zu Kritik führen werden wird, da hier schon vor Abschluss wissenschaftlicher Untersuchungen das Ergebnis im Sinne der biblischen Arche schon festzustehen drohen könnte. Auch die Art und Weise der Präsentation der Funde, ohne eine von Experten begutachtete Fachpublikation, dürfte zu Kritik führen.

Bis zum Redaktionsschluss dieser Meldung lagen uns noch keine Stellungnahmen unabhängiger Archäologen zu dem Fund und der Interpretation als Arche vor. Sobald diese vorliegen, werden wir erneut darüber berichten.

Ein Video von der Erkundung der Struktur im Innern des Gletschers finden Sie HIER

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / noahsarksearch.net
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