Sonntag, 20. Juni 2010

Was tun, wenn Kinder Geister sehen?

Illustration von Alfred Smedberg | Copyright: Public Domain

Fort Worth/ USA - In ihrem neu erschienenen Buch "Kids Who See Ghosts: How to Guide Them Through Fear" (Kinder, die Geister sehen: Wie man sie durch ihre Angst begeleitet) gibt die amerikanische Psychotherapeutin Dr. Caron Goode Eltern Hilfestellung und Anleitung für den Fall, dass ihre Kleinsten Geister sehen und geht dabei nicht nur auf möglich natürliche Ursachen der Gespenster und Phantome im Kinderzimmer ein.

Neben dem bei vielen Klein- und Grundschulkindern bekannten Phänomen der imaginären Freunde, berichten viele Kinder auch davon, mit Personen in Kontakt zu stehen, die es wirklich gab - die jedoch bereits verstorben sind. Der Ratschlag der Psychotherapeutin: Glauben Sie Ihren Kindern, wenn sie erzählen, Geister zu sehen.

Die Frage, ob die kleinen Zeugen tatsächlich "Geister" sehen, hängt für Goode auch von deren kulturell-sozialen Umfeld ab: "Gibt es überhaupt Geister? In einigen Kulturen wird diese Frage in keinster Weise bezweifelt, in anderen umso mehr", zitiert "aolnews.com" die Autorin.

Selbst rational betrachtet gebe es zahlreiche Faktoren, die Menschen dazu bringen, zu glauben, eine Spukerscheinung gesehen zu haben bzw. zu sehen. Hierzu zählen Stress, erhöhte Blutzuckerwerte oder Wahrnehmungen während Tagträumen, dem sogenannten "Theta-Zustand" der Gehirnaktivität in tiefster Entspannung, wie er auch während einer Meditation erreicht werden kann. Es gebe jedoch auch Fälle - und die Autorin selbst zählt sich zu deren Zeugen - in welchen tatsächlich andere Wesenheiten, jenseits von Halluzinationen und Tagträumereien wahrgenommen werden.

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Zu erkennen, zu welcher Gruppe das eigenen Kind zählt, wenn es von geisterhaften Freunden und Wahrnehmungen berichtet, ist laut Goode nicht einfach und hänge auch vom jeweiligen Alter des Kindes ab. "Kinder zwischen zwei und bis zu vier Jahren können noch nicht zwischen einen wirklichen Geist und der eigenen Phantasie unterscheiden. Zwischen sieben und neun Jahren können sie dies in der Regel jedoch und können durchaus zwischen einer realen Erscheinung und nächtlichen Schatten oder Traumgestalten unterscheiden.

Oft erscheinen die vermeintlichen Geister in Stresssituationen der Kinder, etwa wenn sich die Eltern scheiden lassen. Dann liegt es natürlich nahe, dass es sich um imaginäre Freunde handelt, mit deren Hilfe die Kinder die neue Situation versuchen zu bewältigen.

Wie die Kinder selbst mit ihrer Wahrnehmung umgehen, hänge dann natürlich auch von der Reaktion der Eltern ab, darin stimmt auch der Parapsychologe Loyd Auerbach mit Goode überein. "Einige Eltern versuchen ihren Kindern ihre Wahrnehmungen regelrecht auszureden, während andere diese sogar noch fördern. Je jünger die Kinder sind, desto stärker bleiben sie ihrer eigenen Vorstellung verbunden, einen Geist gesehen zu haben oder zu sehen. Wenn die Kinder dann älter werden, tendieren sie mehr und mehr zu der zumindest im Westen gesellschaftlich verbreitetesten Vorstellung, dass es keine Geister gibt. Es gibt jedoch auch Fälle, in welchen sogar auch die Eltern selbst die Geister sehen, dies jedoch gegenüber ihren Kindern und ihrem sozialen Umfeld nicht eingestehen."

Immer dann, wenn die Beschreibungen der Kinder über das, was sie - beispielsweise von einem verstorbenen Verwandte oder Freund - wissen können, hinausgeht, lege die Vermutung nahe, dass es sich bei der Wahrnehmung der Kinder um mehr handelt, als nur ein imaginären Freund.

Grundsätzlich, da stimmen Kinderpsychologen überein, sei es immer wichtig, genau zu beobachten, wie die Kinder selbst mit ihren Wahrnehmungen umgehen und wie sie darauf reagieren - aber auch, unter welchen Umständen diese in ihr Leben getreten sind.

"Wenn Kinder davon berichten, Geister zu sehen, können die Reaktionen zahlreiche Formen annehmen. Die einen fühlen sich von der eigenen Angst paralysiert, während andere sich interessiert und fördern zeigen. Wenn die Kinder von diesen Begegnungen mit der 'spirituellen Welt' verängstigt werden, machen sich die Eltern meist Sorgen, wie sie ihren Kindern in dieser Angst helfen können. Dieser Weg kann eine große Herausforderung sein, da in einigen Fällen die Angst so stark sein kann, dass nicht nur die Kinder, sondern manchmal auch die Eltern, physisch daran erkranken können. Wenn sich andererseits die Kinder mit ihrer Erfahrung wohl fühlen und die Verbindung zu ihren Geistern genießen, fühlen sich auch die Eltern darüber meist weniger besorgt. Mit meinem Buch wollte ich den sicherlich in beiden Fällen zunächst überforderten Eltern eine Anleitung dafür geben, wie sie ihre Kinder durch diese Wahrnehmungen begleiten können", so die Psychologin.

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Kinder-Wahrnehmungen: Wie "imaginär" sind Fantasiefreunde?
13. Februar 2010
Studie erforscht Stimmen-Halluzinationen bei Kindern
10. März 2010

Goodes Buch (im engl Original)
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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / kidswhoseeghosts.com / aolnews.com
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