Freitag, 15. Oktober 2010

Astronom Vogt verteidigt Entdeckung von lebensfreundlichem Planeten "Gliese 581 g"

Künstlerische Interpretation des Systems um "Giese 581" | Copyright: NASA/Lynette Cook

Santa Cruz/ USA - Nachdem Schweizer Astronomen vom Observatorium Genf die Entdeckung eines möglicherweise lebensfreundlichen Planeten durch Astronomen um Steven Vogt von der "University of California" in Zweifel gezogen haben (...wir berichteten 1, 2), hat sich Vogt nun zu den Vorwürfen geäußert und seine Entdeckung verteidigt.

Über die Arbeit der Schweizer Kollegen wolle er sich nicht äußern, zumal ihm die den Zweifeln zugrunde liegenden Daten noch nicht vorliegen würden, kommentiert Vogt die Zweifel an seiner Arbeit gegenüber "Space.com".

Allerdings habe er Vertrauen in die Schlussfolgerungen seines Teams: "Ich stehe zu unseren Daten und deren Auswertung. Ich bin mir sicher, dass wir in korrekter und ehrlicher Weise auch unsere Unsicherheiten dargelegt haben und in gründlicher und verantwortungsvoller Weise unsere Informationen aus den Beobachtungsdaten gezogen haben. Aus diesem Grund bin ich mir auch sicher, dass jede unabhängige Analyse dieser Daten zu der gleich Schlussfolgerung gelangen wird."

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Dennoch sei er natürlich auch an den Daten der Schweizer Kollegen interessiert. Dass diese jedoch dazu führen könnten, dass sein Planet "Gliese 581 g" von der Liste bislang entdeckter Exoplaneten gestrichen wird, glaubt er nicht.

In 15 Jahren habe das Team bereits Hunderte von Planeten entdeckt und bislang noch keine Falschmeldung zu verzeichnen oder Schlussfolgerungen zurückziehen müssen.

Einen möglichen Grund dafür, dass die Schweizer Kollegen "Gliese 581 g" nicht bestätigen konnten, sieht Vogt in dem Umstand, dass das Team um Michel Mayor zwar die selben 119 Messungen des HARPS-Instruments an der Europäischen Südsternwarte (ESO) ausgewertet, diese aber nicht mit den zusätzlichen 142 Beobachtungen mit dem HIRES-Instrument des "Keck I"-Teleskop auf Hawaii abgeglichen haben. Dabei seien es gerade diese Zusatzdaten, die benötigt würden, um die schwachen Signale, wie sie die beiden Planeten "Gliese 581 f" und "Gliese 581 g" offenbaren, als solche zu erkennen.

Bislang haben die Schweizer Astronomen ihre Ergebnisse noch nicht in einem Fachjournal veröffentlicht. Bis dahin, so Vogt, sei es schwer, ihre Zweifel einzuschätzen: "Genau wie wir, so müssen (die Schweizer Astronomen) nun ihre Daten, Analysen und Schlussfolgerungen veröffentlichen. (...) Wenn das passiert ist, können wir diese gründlich auswerten um zu sehen, welche Informationen sich daraus ergeben."

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Quellen: space.com / grenzwissenschaft-aktuell.de
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