Donnerstag, 7. April 2011

Unbekannte Elementarteilchen oder gar unbekannte Grundkraft der Physik entdeckt

Luftbild der Fermilab-Einrichtung | Copyright Public Domain

Batavia/ USA - Physiker am "Fermi National Accelerator Laboratory", haben mit dem einst größten Teilchenbeschleuniger "Tevatron" möglicherweise eine bislang unbekannte Form von Elementarteilchen entdeckt. Vielleicht handelt es sich sogar um eine der Wissenschaft unbekannte physikalische Kraft.

Kurz bevor der "Tevatron" voraussichtlich im kommenden September aufgrund von Budgetkürzungen stillgelegt werden soll, vermeldeten die Forscher um Christopher Hall nun die möglicherweise sensationelle Entdeckung: "Niemand weiß bislang, um was es sich hier handelt. Sollten sich die Daten bestätigen, ist das allerdings die wahrscheinlich wichtigste Entdeckung der Physik in den vergangenen 50 Jahren."

Wie die "New York Times" berichtet, gibt es für den ungewöhnlichen Ausschlag in den gemessenen Daten Hinweise darauf, dass es sich um eine "neue und unerwartete Variante der lange gesuchten 'Higgs-Boson'-Teilchen handelt". "Higgs-Bossons" sind hypothetische Elementarteilchen, wie sie im Standardmodell der Elementarteilchenphysik vorhergesagt werden und voraussichtlich für die Masse von Elementarteilchen verantwortlich ist. Der Nachweis dieser auch als "Gottesteilchen" bezeichneten Partikel ist auch Ziel des weltgrößten Teilchenbeschleunigers LHC am Europäischen Kernforschungszentrum "CERN" nahe Genf (s. Links).

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Allerdings könne es sich nicht um Teilchen des Higgs-Standardmodells handeln, da diese erwartungsgemäß in wesentlich schwerere Partikel, die sogenannten Quarks, zerfallen, was anhand der neuen Werte nicht beobachtet werden konnte. Hinzu läge die Entstehungsrate der vermeintlich neuen Teilchen um das 300-fache über jener, wie sie für gewöhnliche Higgs-Boson vorhergesagt wird.

Eine andere Erklärung für die Messdaten wäre sogar eine neue, der Wissenschaft bislang unbekannte Grundkraft der Physik. Neben den bislang bekannten Grundkräften Gravitation, Elektromagnetismus und der starken und schwachen Kernkraft, würde sich die neue Kraft lediglich auf kurze Distanzen auf atomarer Kernebene auswirken, so die Forscher.

Wie die Wissenschaftler in einer ersten Stellungnahme erklärten, sei man von der Entdeckung ebenso bewegt wie auch noch vorsichtig in der Interpretation der Daten: "Sollten sich die bisherige Auswertungen jedoch bestätigen, wäre diese Entdeckung von derartiger Bedeutung, dass dies uns fast schon ein wenig Angst macht. Deshalb müssen wir alle möglichen Alternativen zunächst sorgfältig untersuchen."

Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei den Werten lediglich um eine statistische Schwankung handelt, wird von den Forschern und Kollegen auf weniger als ein Prozent eingestuft.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / fnal.gov / nytimes.com
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