Dienstag, 31. Mai 2011

Studie: Akupunktur hilft bei unerklärlichen Symptomen

Akupunktur in der Anwendung | Copyright: K.Hunter/Public Domain

Plymouth/ England - Sowohl für Patienten als auch für die behandelnden Ärzte stellen unerklärliche Symptome, wie sie keinem bekannten Leiden zugeschrieben werden können, eine unangenehme und oft nervenaufreibende Situation dar - sind die Behandlungsmethoden doch stark limitiert und nur selten von Erfolg gekrönt. Eine aktuelle Studie britischer Mediziner belegt nun, dass Akupunktur bei der Behandlung überdurchschnittlich gute Erfolge erzielen kann.

Laut einer Erhebung des britischen "National Health Service" (NHS) klagen einer von fünf Patienten über Symptome, deren Ursachen mit konventionellen medizinischen Methoden nicht erklärt und demnach auch nur schwer bis gar nicht zu behandeln sind. Hinzu sind die bei solchen Untersuchungen und Behandlungen entstehenden Kosten für die nationale Krankenkasse in Großbritannien etwa doppelt so hoch, wie bei einer Behandlung bekannter Symptome.

In einer randomisierten Kontrollstudie des "Institute of Health Services Research" an der "Peninsula Medical School" der "University of Exeter" haben Mediziner um Dr. Charlotte Paterson 80 Patienten die in Londoner Praxen behandelt werden untersucht, die - zusätzlich zur normalen medizinischen Behandlung - mittels auf der Grundlage der sogenannten traditionellen Fünf-Elemente-Lehre basierten Akupunktur behandelt wurden. Bei der Studie, die aktuell im Fachmagazin "British Journal of General Practice" erschienen ist, handelt es sich um die erste Untersuchung über die Wirkung von Akupunktur angesichts unbekannter Symptome.

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Das Ergebnis belegt eine signifikante Erfolgsrate in der Linderung der beschriebenen Leiden, weswegen die beteiligten Mediziner auch dafür plädieren, dass Akupunktur in die Liste der Therapien zur Behandlung medizinisch unbekannter Symptome aufgenommen werden sollte.

Insgesamt bestand die Testgruppe auch 80 erwachsenen Personen, die wiederum zu 80 Prozent aus Frauen mit einem Durchschnittsalter von 50 Jahren und von unterschiedlicher ethnischer Herkunft bestand und die ihren behandelnden Arzt im vergangenen Jahr mindestens acht Mal aufgrund der beschriebenen Symptome wiederholt konsultiert hatten. In fast 60 Prozent der Fälle klagten die Patienten über Knochen - oder Muskelschmerzen, von welchen nahezu die Hälfte bereits mehr als ein Jahr andauerten und bei welchen zuvor unterschiedlichste medizinisch-konventionelle Untersuchungs- und Behandlungsmethoden angewendet wurden.

Via Zufallsprinzip wurden die 80 Testpersonen in zwei Gruppen aufgeteilt, von welchen eine in den kommenden 26 Wochen lang zusätzlich zur bisherigen Behandlung in jeweils 12 Sitzungen mit der besagten Akupunkturmethode behandelt wurde. Die gleiche Anzahl der Akupunkturbehandlungen wurde nach Ablauf der ersten 26 Wochen auch bei der Kontrollgruppe angewendet.

Nach 26 Wochen wurden alle Patienten anhand eines medizinischen Fragebogens zum ersten Mal zu ihren Leiden und dem empfundenen Verlauf befragt. Schon hier zeigt sich, dass sich das Befinden der Mitglieder Akupunkturgruppe im Vergleich zur signifikant verbessert hatte. Zwischen der 26 und 52 Woche hielt die von den Mitgliedern der Akupunkturgruppe beschriebene Verbesserung der Symptome an während sich die von den Mitgliedern der Kontrollgruppe empfundenen Verbesserungen, nun - nachdem auch sie zusätzlich mit Akupunktur behandelt wurden - den Werten der Akupunkturgruppe nach und nach anglichen.

Zugleich zeigte die Studie, dass der zunehmende Erfolg der Behandlung bei den Patienten auch zu einer gesteigerten positiven Einstellung gegenüber der Behandlung verbesserte und damit einhergehend auch zu deren freiwilligen positiven Veränderungen von Lebensumständen wie Ernährung, Verhalten, Entspannung und sozialer Aktivitäten führte.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass die zusätzliche Fünf-Elemente-Akupunktur bei beiden Gruppen zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome führte, wie sie auch über die Behandlungen hinaus bis zu einem Jahr anhielten", so Paterson.

In einem nächsten Schritt wollen die Mediziner eine Studie zur Kosteneffektivität der Behandlungsmethode durchführen. "Während weitere Untersuchungen notwendig sind, schlagen wir auf Grundlage unserer aktuellen Studie jedoch schon jetzt vor, dass die Fünf-Elemente-Akupunktur in die Reihe der Therapien zur Behandlung medizinisch unbekannter Symptome aufgenommen werden sollte."

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"Eine solche Behandlung könnte nicht nur zu Kosteneinsparungen für den NHS führen, sondern auch die Lebensqualität der betroffenen Patienten, bei welchen die konventionelle Medizin keine erfolgsersprechenden Behandlungsansätze kennt, erhöhen und zu einer effektiven und Diagnose und Behandlung führen."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / pcmd.ac.uk
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