Sonntag, 6. November 2011

Fobos-Grunt: Russische Mission zu Marsmond ist startbereit

Archiv: Marsmond Phobos am 7. März 2010 | Copyright: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

Moskau/ Russland - An Bord einer Zenit-Trägerrakete soll am Abend des 8. November 2011 die russische Mission "Fobos-Grunt" vom zum Marsmond Phobos starten, dort landen, Bodenproben nehmen und zurück zur Erde senden. Gelingt die Mission, so wird es sich um die ersten Proben aus dem Mars-System handeln, die direkt auf der Erde untersucht werden können.

Nachdem Phobos im Oktober 2012 erreicht werden soll, wird die Sonde den Mond zunächst aus einer Umlaufbahn untersuchten und soll dann im Februar 2013 auf dem Marstrabanten landen. Hier sollen bis zu 400 Gramm Bodenmaterial eingesammelt und mit einer Rückkehrrakete im August 2014 zur Erde zurück transportiert werden.

Auf dem Marsmond wird die Landeeinheit von "Fobos-Grunt" (Phobos-Boden) zahlreiche Experimente durchführen. Hierbei werden auch insgesamt zehn lebende Mikroorganismen und pflanzliche Samen an Bord des Landers auf Phobos landen und diesen gemeinsam mit den Bodenproben in der Rückkehrkapsel auch wieder Richtung Erde verlassen. Gemeinsam mit amerikanischen Wissenschaftlern der kalifornischen "Planetary Society" (PS) sollen damit die Auswirkungen eines Langzeitfluges zum Mars und zurück zur Erde auf die Kleinstlebewesen untersucht und zugleich die so genannte Panspermie-Theorie getestet werden, nach der das Leben im Innern etwa von Meteoriten auf die Erde und andere Planeten gelangt sein könnte.

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Zu den Lebewesen gehören Samen von Pflanzen, Bakterien und mehrzellige so genannte Bärtierchen (...wir berichteten). Während der Reise werden die Organismen in eine Art Kälteschlaf versetzt werden, um dann - zurück auf der Erde - wiederbelebt und untersucht zu werden, ob sie weiterhin reproduktionsfähig sind (...wir berichteten). Auch soll die Überlebensfähigkeit der Organismen nach dem heftigen Einschlag der Rückkehrkapsel die mit etwa 30 Metern pro Sekunde in der kasachischen Steppe niedergehen soll, überprüft werden.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / esa.int / planetary.org
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