Samstag, 28. Januar 2012

Astrofotografie: Das "Auge Gottes" in neuem Licht

Infrarotaufnahme des Helixnebels. | Copyright: ESO/VISTA/J. Emerson / Cambridge Astronomical Survey Unit

Heidelberg/ Deutschland - Mit dem VISTA-Teleskop am Paranal-Observatorium der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile haben Astronomen ein spektakuläres neues Bild des auch als das "Auge Gottes" bezeichneten "Helixnebels" erstellt. Die Infrarotaufnahme zeigt Fasern aus kaltem Gas, die bei Aufnahmen im sichtbaren Licht verborgen bleiben, sich hier jedoch deutlich von einem reichhaltigen Hintergrund aus Sternen und Galaxien abheben.

- Bei der folgenden Meldung handelt es sich um eine Pressemitteilung der Europäischen Südsternwarte (ESO), eso.org

Der Helixnebel im Sternbild Aquarius (der Wassermann) ist ein bemerkenswertes Beispiel für einen planetarischen Nebel. Astronomisch gesehen ist der Nebel uns mit einer Entfernung von etwa 700 Lichtjahren recht nahe. Das außergewöhnliche Objekt entstand in den letzten Stadien des Lebens eines sonnenähnlichen Sterns: Er ist nicht mehr in der Lage, die äußeren Teile seiner Atmosphäre zu halten, die wiederum langsam in das umgebende Weltall strömen und so den schalenartigen Nebel gebildet haben. Der Stern selber, der als kleiner blauer Punkt in der Bildmitte sichtbar ist, entwickelt sich zurzeit zu einem Weißen Zwerg.

Der Nebel ist ein komplexes Gebilde aus Staub, ionisierten Bestandteilen und molekularem Gas, die ein vielschichtiges blütenförmiges Muster bilden, welches von der intensiven Ultraviolettstrahlung des heißen Zentralsterns zum Leuchten gebracht wird.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Der Hauptring des Helixnebels hat einen Durchmesser von etwa zwei Lichtjahren, was grob der halben Entfernung zwischen unserer Sonne und dem nächstgelegenen Fixstern entspricht. Insgesamt erstreckt sich der Nebel jedoch mehr als vier Lichtjahre weit vom Zentralstern aus ins All. Im Infrarotbild kann man dies anhand der roten Klumpen aus molekularem Gas in den beiden unteren Ecken und oben rechts in der Aufnahme deutlich sehen.

Für die empfindlichen Infrarotdetektoren von VISTA ist das im visuellen Bereich kaum sichtbare schwache Glühen des dünnen Gases leicht nachzuweisen. Außerdem ist das 4,1-Meter Teleskop in der Lage, eine beeindruckende Menge von Hintergrundsternen und -galaxien zu sehen.

Ein Vergleich der bisherigen Aufnahme des "Auge Gottes" (rechts) mit der neuen Ansicht im infraroten Lichtspektrum (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: ESO/VISTA/J. Emerson / Cambridge Astronomical Survey Unit

Der scharfe Blick des VISTA-Teleskops der ESO zeigt auch sehr feine Strukturen in den Ringen des Nebels. Im Infrarotlicht zeigt sich die Struktur des kühleren, molekularen Gases. Dieses Gas verklumpt sich zu Filamenten, die vom Zentrum des Nebels nach außen verlaufen und deren Anblick an ein kosmisches Feuerwerk erinnert.

Diese auch als kometenartige Knoten bezeichneten Stränge aus molekularem Wasserstoff sehen auf den ersten Blick zwar winzig aus, sind aber vergleichbar groß wie unser gesamtes Sonnensystem. Die Gasmoleküle konzentrieren sich in diesen Knoten und können - abgeschirmt durch die Schichten aus Staub und molekularem Gas - der hochenergetischen Strahlung des sterbenden Sterns widerstehen. Die Astronomen wissen derzeit allerdings noch nicht im Einzelnen, wie solche kometenartigen Knoten entstehen.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Astrofotografie: Feuerdrache windet sich um die Sonne

13. November 2011
Astrofotografie: Infrarot-Teleskop verleiht Pac-Man ein gefräßiges Maul

1. November 2011
Astrofotografie: Hobby-Astronomen entdecken "Gesicht" im Orionnebel

29. Januar 2011
Astrofotografie: Gottes Briefkasten - Hubble fotografiert direkte Seitenansicht ferner Galaxie
11. November 2010
Astrofotografie: Kosmischer Drache entweicht sterbendem Stern
23. März 2010
Astrofotografie: Gott malt mit Sternenstaub
17. Oktober 2009
Astrofotografie: Gigantische "Seifenblase" im All stellt Astronomen vor Rätsel
25. Juli 2009
Astrofotografie: Kosmische Hand greift nach dem Licht
5. April 2009
Sensationelles neues Astro-Foto von kosmischem Auge
6. März 2009

Zum Thema:


- - -

Quelle: eso.org
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE