Dienstag, 24. Januar 2012

Mathematische Studie: "Die Milchstraße sollte schon längst großflächig kolonialisiert worden sein"

Erkundung der Milchstraße mit den Teleskopen der Europäischen Südsternwarte. | Copyright: ESO.org

Fort Myers/ USA - Während neuste Beobachtungen nahe legen, dass nahezu jeder Stern in unserer Milchstraße mindestens einen Planeten besitzt (...wir berichteten) und sich somit auch die Wahrscheinlichkeit für intelligentes außerirdisches Leben vervielfacht hat, rätseln Kosmologen immer noch über darüber, warum die Menschheit nicht schon längst offizielle Kenntnis von diesen Anderen hat - eine Situation, die als sogenanntes Fermi-Paradoxon oder auch das "Große Schweigen" bezeichnet wird. Zwei Mathematiker haben sich nun der Problematik mathematisch angenommen und auch sie kommen zu dem Schluss, dass unsere Heimatgalaxie die Milchstraße, schon längst von Außerirdischen kolonialisiert worden sein müsste und wir auch in der Lage sein sollten, Hinweise auf diese Kolonialisierung zu finden.

An einer möglichen Antwort auf das Fermi Paradoxon haben sich seit seiner Formulierung durch den US-italienischen Physiker Enrico Fermi 1950 schon zahlreiche Wissenschaftler versucht: Könnte es beispielsweise möglich sein, dass sich andere Zivilisationen der Erde einfach nicht mitteilen möchten und sogar darum bemüht sind, ihre Existenz vor uns geheim zu halten? Dringen Zivilisationen grundsätzlich zu langsam in den Weltraum vor, als dass sie noch während ihrer Existenz andere Planetensysteme mit intelligentem Leben , geschweige denn die Erde erreichen können; oder liegt die Erde zufälligerweise gerade in einem einsamen Quadranten der Milchstraße, während es um uns herum - aber dennoch zu weit entfernt - von Leben nur so wimmelt...?

Dr. Thomas Hair and Andrew Hedman, of Florida Gulf Coast University haben sich der Frage nun auf mathematische Weise genähert und ihre Ergebnisse auf dem Jahrestreffen der "Amercian Mathematical Society and the Mathematical Association of America" vorgestellt.

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Anhand unterschiedlicher Parameter, so berichtete der "Economist" (economist.com) haben sich die Mathematiker also erneut die Frage gestellt, wie lange es dauert, bis eine Zivilisation damit beginnt, ihre kosmische Umgebung zu kolonialisieren und wie schnell sich diese im ausweitet. In allen ihre Berechnungen kamen die Mathematiker zu dem gleichen Ergebnis: Unsere Milchstraße sollte schon längst kolonialisiert worden sein.

Grundlage verschiedener von den Wissenschaftlern durchgerechneter Szenarien waren Variationen der Grundannahme, dass die Milchstraße alle fünf Lichtjahre ein Sonnen, bzw. Planetensystem aufweist. Als nächstes widmeten sich die Forscher dann der Frage, wie lange es dauert, bis eine Zivilisation über die für eine Kolonialisierung notwendige Technologie verfügt und wie hoch die Wahrscheinlichkeit sei, dass sich eine Zivilisation überhaupt auf ihre Nachbarplaneten ausdehnt. Technisch und zeitlich setzten die Mathematiker für diesen Schritt ins All nach erlangen der technischen Voraussetzungen 1.000 Jahre an: Bei einer Reisegeschwindigkeit von einem Zehntel Lichtgeschwindigkeit 500 Jahre für die erste Reise selbst und weitere 500 Jahre für die Ausdehnung auf einen weiteren Planeten usw.

Selbst anhand niedrigster Wahrscheinlichkeitswerte, kommen Hair und Hedman zu dem Schluss, dass sich jede entsprechend entwickelte Zivilisationen bereits mit einer Geschwindigkeit von 0,25 Prozent Lichtgeschwindigkeit auf weitere Planeten ausgedehnt haben sollte. Nach 50 Millionen Jahren, wäre demnach eine Region von 130.000 Lichtjahren abgedeckt. Da die Milchstraße selbst zwischen 100.000 bis 120.000 Lichtjahre Durchmesser misst, sollte sie mittlerweile also bereits mit Außenposten diese Kolonialisten durchsetzt sein - selbst dann, wenn sich der Heimatplanet, ganz so wie die Erde, in der Peripherie der Galaxie befindet.

Selbst bei einer langsameren Ausdehnungsrate, sollten sich schon nach 250.000 Jahren alle 30 Lichtjahre eine Kolonie finden lassen. Radiosignale der Erde könnten also bereits von entsprechenden Kolonien aufgefangen worden sein. Allerdings sollte vor diesem Hintergrund auch sogar schon eine Antwort auf unsere Signale empfangen worden sein.

Für die Mathematiker lässt ihr Ergebnis vor dem Hintergrund der Annahme, dass die Menschheit noch keine Kenntnis außerirdischer Zivilisationen hat, nur zwei mögliche Schlussfolgerungen zu: Entweder, es gibt außer auf der Erde tatsächlich keine weiteren entsprechend entwickelten Zivilisationen in der Milchstraße oder aber diese sind absichtlich darum bemüht, keinen Kontakt mit der Erde herzustellen und ihre eigene Existenz vor uns zu verbergen.

Während diese Schlussfolgerung aus Sicht der Mainstream-Wissenschaft, die davon ausgeht, dass es tatsächlich noch keinen Kontakt zu außerirdischen Besuchern und Zivilisationen gegeben habe, durchaus nachvollziehbar ist, verweisen zahlreiche Forscher aus grenzwissenschaftlichen Forschungsbereichen darauf, dass dieser Kontakt jedoch schon längst in Form UFO-Sichtungen, Kornkreis-Botschaften und geheimen Kontakten durch Regierungen und Militärs aber auch zu angeblich auserwählten Privatpersonen (sogenannten Kontaktlern), bereits stattgefunden haben könnte oder Regierungswissenschaftler und Raumfahrtbehörden wie etwa die NASA, die europäische ESA oder Russlands Roskosmos, schon längst konkrete Hinweise auf außerirdische Artefakte selbst in unserem Sonnensystem gefunden haben. Auch solche Szenarien könnten eine mögliche Lösung des angeblichen Fermi Paradoxons darstellen...

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / economist.com
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