Donnerstag, 12. Januar 2012

NASA entdeckt weitere Planeten um Doppelsternsysteme

Künstlerische Darstellung des Systems Kepler-35 (Illu.). | Copyright: Mark A. Garlick / space-art.co.uk

Mountain View/ USA - Mit der Entdeckung des Planeten Kepler-16b bestätigte das NASA-Weltraumteleskop Kepler erst im vergangenen September, dass es auch um die beiden "Sonnen" von Doppelsternsystemen Planeten geben kann (...wir berichteten 1, 2), wie sie schon vor 30 Jahren in der Science-Fiction-Saga "Star Wars" in Form des Planeten Tatooine angedacht wurden. Jetzt hat das NASA-Teleskop im All zwei weitere Planetensysteme bestätigt, an deren Himmel zwei Sonnen zu sehen sind.

Wie die Kepler-Astronomen um William Welsh von der San Diego State University auf dem Jahrestreffen des American Astronomical Society im texanischen Austin berichteten, handelt es sich um die binären Sternensysteme Kepler-34 und Kepler-35. "Unsere Entdeckung bestätigt, dass solche Planeten zweier Sonnen keine seltene Ausnahmen darstellen, sondern tatsächlich recht häufig vorkommen und ihre Anzahl in unserer Galaxie wahrscheinlich mehre Millionen beträgt. Zugleich weitet die Entdeckung das Revier der Planetenjäger auf der Suche nach lebensfreundlichen Planeten."

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Das Weltraumteleskop Kepler fahndet nach Exoplaneten, in dem es nach minimalen Helligkeitsschwankungen im Licht von mehr als 150.000 fernen Sternen in den Konstellationen Cygnus (Schwan) und Lyra (Leier) Ausschau hält. Stellen diese sich in regelmäßigen Abständen immer wieder ein, so handelt es sich um den Transit, also den Vorbeizug eines Planeten zwischen seinem Stern und dem Weltraumteleskop. Insgesamt werden mindestens drei solcher Transits benötigt, um die Existenz eines Planeten bestätigen zu können.

Bei den beiden nun bestätigten Planeten, Kepler-34b und Kepler-35b (s. Abb.), handelt es such um saturngroße Gasplaneten. Kepler-34b umkreist seine beiden sonnenähnlichen Sterne einmal alle 289 Tage, während die Sterne sich selbst alle 28 Tage umrunden. Kepler-35b umkreist seine im Vergleich zur Sonne kleineren und kälteren Sterne alle 131 Tage, während diese für die gegenseitige Umrundung 21 Tage benötigen. Beide Planeten umkreisen ihre Muttergestirne zu dicht und nicht im Innern deren habitabler Zone, innerhalb derer Planeten ihre Sterne umrunden müssen, damit auf ihnen aufgrund gemäßigter Temperaturen flüssiges Wasser und damit die Grundlage für Leben, wie wir es auf der Erde kennen, existieren kann.

4.900 und 5.400 Lichtjahre von der Erde entfernt, sind die Planetensysteme im Sternbild Schwan (Cygnus) zu finden und sind zugleich die bislang am weitesten von der Erde entfernten bekannten Exoplaneten, berichten die Forscher auch im Fachjournal "Nature".

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
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