Donnerstag, 27. Oktober 2011

Lebensfreundliche Zonen um rote Zwergsterne deutlich größer

Künstlerische Interpretation eines Planetensystems um einen Roten Zwerg (Illu.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Reading/ England - Die sogenannten habitablen Zonen, jene Abstandsregionen also um Sterne, innerhalb derer sich Planeten befinden müssen, sodass aufgrund gemäßigter Temperaturen Wasser in flüssiger Form und damit die Grundlage für Leben auf ihrer Oberfläche existieren könnte, sind um rote Zwergsterne deutlich ausgedehnter als bislang gedacht.

Wie die Forscher um die Astrobiologen Manoj Joshi vom britischen "National Centre for Atmospheric Science" und Robert Haberle vom "Ames Research Centre" der NASA vorab auf "arXiv.org" berichten, könnten die "grünen Zonen" um sogenannte "Rote Zwerge" möglicherweise bis zu 30 Prozent ausgedehnter sein als zuvor angenommen.

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In unserem Sonnensystem liegt die habitable Zone zwischen 0,7 und 3 Astronomischen Einheiten (AE = Abstand Sonne – Erde), erstreckt sich also in etwa von der Umlaufbahn der Venus bis zum Mars. Dennoch bedeutet dies nicht automatisch, dass auch alle Planeten innerhalb dieser Zone lebensfreundliche Bedingungen aufweisen können. Von besonderer Bedeutung ist unter anderem die Frage, wie viel Licht seines Sterns der Planet ins All reflektiert (Albedo). Besondere Bedingungen gelten zudem für Monde um Planeten außerhalb der habitablen Zone.

In ihrer Studie verweisen Joshi und Haberle auf einen neuen und wichtigen Faktor, der die habtiable Zone um sogenannte Rote Zwerge deutlich ausweitet. Bei Roten Zwergsternen handelt es sich um die kleinste Kategorie aktiver Sterne, die rund 70 Prozent der Sterne des in der Milchstraße ausmachen.

Wie die Forscher erläutern, hängt die Menge des etwa von Schnee und Eis auf einem Planeten reflektierten Lichts auch von dem Anteil der unterschiedlichen Wellenlängen ab, die vom Stern selbst ausgesandt werden. Da Rote Zwerge, die zur Sternenklasse "M" zählen, deutlich mehr langwelliges Licht aussenden als etwa sonnenähnliche Sterne (G). Während die Albedo von Eis und Schnee auf Planeten des Sonnensystems bei 0,8 und 0,5 beträgt, liegt er auf Planeten, die etwa den 33 Lichtjahre von der Erde entfernten Roten Zwerg "Gliese 436" bei 0,4 und 0,1.

Wassertragende Planeten, die solche Sterne umkreisen, sollten also deutlich mehr Energie ihrer Stern absorbieren als etwa die Erde, weshalb sich auch der Radius der potentiell habitablen Zone um diese Sterne bis zu 30 Prozent in ihre Planetensysteme ausdehnt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir also die lange gesuchte "zweite Erde" im Umfeld eines Roten Zwergsterns finden werden, ist somit nicht nur deshalb besonders hoch, weil es sich um die häufigste Form von Sternen in der Galaxie handelt, sondern auch, weil sie mehr Platz für potentiell lebensfreundliche Planeten bieten und weil entsprechende Planeten aufgrund der geringeren Größe ihrer Sterne auch einfacher zu finden sind.

- Die vollständige Studie finden Sie HIER

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / arxiv.org
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