Dienstag, 21. Februar 2012

NASA-Sonde findet Hinweise auf "junge" geologische Aktivität des Mondes

Der Größte der auf dem Mond neu entdeckten Gräben, die geologische Aktivität des Mondes noch bis in jüngere Zeit belegen. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: NASA/Goddard/Arizona State University/Smithsonian Institution

Washington/ USA - Neue Aufnahmen der NASA-Mondsonde "Lunar Reconnaissance Orbiter" (LRO) zeigen, dass die Kruste des Erdtrabanten gedehnt wurde, wodurch lange Bruchlinien, sogenannte Gräben entstanden sind. Mit einem nach geologischen Maßstäben geringen Alter von nur 50 Millionen Jahren widersprechen die Strukturen damit der bisherigen Vorstellung vom insgesamt rund 4,5 Milliarden Jahre alten Mond als geologisch totem Himmelskörper.

Wie die Wissenschaftler um Dr. Thomas Watters vom Center for Earth and Planetary Studies am Smithsonian's National Air and Space Museum in Washington in der Märzausgabe des Fachmagazins "Nature Geoscience" berichten, handelt es sich um schmale Gräben, die typischerweise sehr viel länger als breit sind und sich bilden, wenn die Mondkruste an diesen Stellen auseinander gezogen wird, dabei aufbricht und entlang zweier Grenzfalten absinkt. Insgesamt haben die Forscher anhand der Aufnahmen der Lunar Reconnaissance Orbiter Camera (LROC) gleich mehrere entsprechender "Dehnungsstreifen" entdeckt.

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"Wir glaubten bislang, dass sich der Mond grundsätzlich in einem Zustand der globalen Kontraktion befindet, da sich sein immer noch heißes Inneres abkühlt", so Watters. "Die Gräben künden davon, dass die Kräfte, die den Mond schrumpfen lassen, an einigen Orten von jenen Kräften überwältigt werden, die ihn auseinanderziehen. Das bedeutet, dass die Kontraktionskräfte des Mondes nicht wirklich stark sein können - sonst würden sich derartige Gräben nicht bilden."

Schema der Entstehungsprozesse der durch die Dehnung der Mondkruste entstandenen Gräben. | Copyright: Arizona State University/Smithsonian Institution

Eine schwache Kontraktion legt nahe, dass der Mond, im Unterschied zu irdischen Planeten, in den frühen Phasen ihrer Entwicklung nicht vollständig aufgeschmolzen war. Stattdessen legen die neuen Beobachtungen eine alternative Sicht nahe, nach der nur das Äußere des Mondes einst zu einem globalen Ozean aus geschmolzenem Gestein aufgeschmolzen war.

Schon im August 2010 identifizierte das LROC-Team um Watters Anzeichen auf Kontraktionen der Mondoberfläche, die belegen, dass der Mond als Ganzes nicht nur in seiner geologisch jungen Vergangenheit geschrumpft war sondern auch heute noch schrumpft (...wir berichteten). Anhand der globalen Verteilung dieser Strukturen vermuteten die Forscher damals, dass der Mond aufgrund seines sich langsam abkühlenden Inneren schrumpft.

Anhand der Größe der 2010 entdeckten Narben vermuteten die Wissenschaftler damals, dass der Mond zwischen seinem Mittelpunkt und seiner Oberfläche um rund 100 Meter geschrumpft war. Die jetzt entdeckten Gräben zeichnen nun jedoch ein gegenteiliges Bild, belegen sie doch, dass die Mondkruste statt nur zu schrumpfen auch auseinandergezogen wird.

"Dieses Auseinanderziehen sagt uns, dass der Mond immer noch geologisch aktiv ist", erläutert der LRO-Projektwissenschaftler Richard Vondrak vom Goddard Space Flight Center der NASA. "Mit LRO erhalten wir einen detaillierten Blick auf diese Prozesse."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gova
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