Dienstag, 3. April 2012

Tote Sterne: Forscher entwickeln Navigationssystem für interstellare Reisen


Künstlerische Interpretation eines interstellaren Raumschiffs, hier am Beispiel der "USS Enterprise" aus der Science-Fiction-Serie "Star Trek", bei der Nutzung von Pulsaren zur Navigation und Positionsbestimmung (Illu.). | Copyright/Quelle: MPE, mpe.mpg.de


Garching/ Deutschland - Seit Jahrtausenden nutzen wir Menschen das Licht von Sternen, Planeten und Konstellationen zur Navigation. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik haben nun eine neue Navigationsmethode entwickelt, mit der sich zukünftige Raumsonden und Raumschiffe auch im interstellaren Raum zurechtfinden könnten.

Wie Professor Werner Becker auf dem National Astronomy Meeting in Manchester darlegte, dienen in diesem interstellaren Navigationssystem sogenannte Pulsare, also die Überbleibsel einstiger massereicher Sterne, als Orientierungspunkte im Raum.

Während einige dieser Sterne von ihrer finalen Supernova gänzlich zerstört werden, bleibt in vielen Fällen ein extrem kompaktes Überbleibsel der Sternenexplosion zurück – ein sogenannter Neutronenstern. Diese Neutronensterne besitzen extrem starke magnetische Felder, die die Strahlung dieser Sterne in zwei entgegengesetzte Richtungen fokussieren. Da das Neutronensterngebilde selbst sehr schnell rotiert, kann diese Strahlung – so sie in Richtung Erde ausgerichtet ist - als pulsierende Strahlung in extrem regelmäßigen Intervallen beobachtet werden. Aus diesem Grund werden derartige Gebilde auch als Pulsare bezeichnet.

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Genau diese extrem exakt wiederkehrenden Röntgenstrahlen, deren Genauigkeit ihnen den Beinamen "kosmische Atomuhren" eingebracht hat, nutzt das neue System als "natürliche Leuchtfeuer" vergleichbar mit den GPS-Satelliten der Navigation auf der Erde.

Indem die Ankunftszeiten der jeweilig gemessenen Impulse an Bord eines entsprechend ausgerüsteten Raumschiffs mit den für den Referenzort vorhergesagten Werten verglichen werden, könne zukünftig die Position des Raumschiffs überall im Sonnensystem und darüber hinaus bis auf wenige Kilometer genau bestimmt werden, so die Forscher.

Da bislang derartige weite und entsprechend lange Reisen ins ferne All noch Zukunftsmusik sind, wird wahrscheinlich auch die Umsetzung des interplanetaren bzw. interstellaren Navigationssystems etwas auf sich warten lassen. Dennoch sind die Forscher um Becker begeistert davon, schon heute eine Technologie entwickelt zu haben, mit der schon mittelfristig eine "autonome Navigation für interplanetare Raumsonden und schon für bemannte Missionen zum Mars" möglich ist (...) und die vielleicht sogar unseren Nachkommen die ersten Schritte in den interstellaren Raum weisen wird".

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / ras.org.uk / mpe.mpg.de
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