Freitag, 12. Oktober 2012

"Jurassic Park" ade - DNA hat Halbwertzeit von nur 521 Jahren


Seine Wiederbelebung ist wahrscheinlich nicht mehr möglich...
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Perth (Australien) - Eine neue Analyse bestätigt frühere Vermutungen, nach denen die DNA von Dinosauriern und im Bernstein eingeschlossenen Urzeitinsekten eine nur geringe Halbwertzeit von nur 521 Jahren hat. Kühnen Fantasien und Hoffnungen auf die Wiedererweckung der Urzeitgiganten á la "Jurrasic Park" dürfte diese Erkenntnis einen Strich durch die Rechnung machen.

Während einige Forscher bislang zumindest hofften, dass sich irgendwann Dinosaurier-DNA finden lassen würde, die heute noch gelesen und mit ihr erfolgreich Urzeitechsen reproduziert werden könnten, wusste bislang jedoch niemand so genau, nach welcher Zeit und welcher Rate genetisches Material beginnt zu zerfallen.

In einer neuen Studie haben Wissenschaftler um Dr. Michael Bunce von der Murdoch University im australischen Perth und Dr. Morten Allentoft von der dänischen Universität Kopenhagen nun 158 Knochen mit DNA des ausgestorbenen Riesenvogels Moa mit einem Alter zwischen 600 und 8.000 Jahre untersucht, die in Neuseeland an drei unterschiedlichen Orten von jeweils weniger als fünf Kilometern von einander entfernt gefunden und unter Idealbedingungen, darunter Temperaturen von 13.1 Grad Celsius bewahrt wurden. Ihre Ergebnisse haben die Forscher aktuell im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B" veröffentlicht.


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Schon unmittelbar nach dem Zelltod, beginnen Enzyme die Verbindungen zwischen den Nukleotiden, die sozusagen das Rückgrad der DNA bilden aufzubrechen. Danach sind es zudem Mikroorganismen, die den Zerfall zusehends beschleunigen. Auf lange Sicht sind es dann jedoch Reaktionen mit Wasser, die Forscher für den stärksten Abbau der Verbindungen verantwortlich machen. Da Grundwasser nahezu überall vorhanden ist, sollten vergrabene Knochen nach einer bestimmten Rate zerfallen.

Die Bestimmung dieser Zerfallsrate war bislang sehr schwierig, da es sehr selten ist, dass große Mengen an DNA-beinhaltenden Fossilien gefunden werden, anhand derer Vergleiche angestellt werden können. Hinzu kommt noch erschwerend, dass variable Umweltbedingungen wie Temperatur, Grad der Zersetzung durch Mikroben und die Sauerstoffzufuhr den Zerfallsprozess unterschiedlich beschleunigen können.

Anhand der Moa-Funde konnte dieser Vergleich nun jedoch erfolgreich durchgeführt werden und offenbarte, dass die Halbwertzeit von DNA bei 521 Jahren liegt. Dies bedeutet, dass nach dieser Zeit die Hälfte der Verbindungen zwischen den Nukleotiden zerbrochen ist; nach weiteren 521 ist eine weitere Hälfte dieser Verbindungen zerstört usw.

Unter Idealbedingungen von minus 5 Grad Celsius, so errechneten die Forscher, wären also effektiv sämtliche Verbindungen schon nach 6,8 Millionen Jahren zerstört. Schon nach etwa 1,5 Millionen Jahren dürfte die DNA schon nicht mehr zu lesen sein, da die verbleibenden Stränge zu kurz sind, um aus ihnen sinnvolle Informationen herauslesen zu können. Allerdings könnten unterschiedliche Umweltbedingungen, etwa Permafrostböden, zu unterschiedlichen Halbwertzeiten führen.

Zum Vergleich: Die Dinosaurier, wie sie in Form von Langhälsen, Raptoren und des Tyrannosaurus Rex Jurassic-Park-Fantasien bevölkern, sind bereits vor rund 65 Millionen Jahren ausgestorben. Statt eines Jurassic- bleibt also wahrscheinlich nur noch ein nicht weniger faszinierender Ice-Age-Park im Bereich des Möglichen.

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Quellen: murdoch.edu.au, nature.com
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