Dienstag, 2. Oktober 2012

NASA-Sonden zeichnen elektromagnetischen "Gesang der Erde" auf


Die Zwillingssondern der NASA-Mission "Radiation Belt Storm Probes".
| Copyright: NASA


Iowa City (USA) - Die Zwillingssonden der aktuellen NASA-Mission "Radiation Belt Storm Probes" (RBSP) hat wundersame Klänge aus dem All zur Erde gefunkt. Dabei handelt es sich jedoch weder um eine moderne Komposition noch um Walgesänge, sondern um den sogenannten "Chor" des Planeten Erde selbst.

Bei diesem Chorklängen (engl. Chrous) handelt es sich jedoch nicht um ein akustisch hörbares sondern um ein elektromagnetisches Phänomen, dass von Plasmawellen im Van-Allen-Strahlungsgürtel der Erde erzeugt wird.

HIER finden Sie eine Hörprobe des elektromagnetischen Erd-Chores

Schon seit Jahren kann das diesem "Gesang" mit Radioempfängern auf der Erde sozusagen aus der Ferne gelauscht werden. Die beiden RBSP-Sonden befinden sich hingegen mitten in der Ursprungsregion der Klänge. Die neuen Aufzeichnungen sind also auch die deutlichsten dieses "Chorus", die bislang aufgezeichnet werden konnten.


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"Genau so würde sich der Strahlungsgürtel anhören, wenn wir Menschen Radioantennen als Ohren hätten", erläutert Craig Kletzing von der University of Iowa, der für den Empfänger des EMFISIS-Instruments (Electric and Magnetic Field Instrument Suite and Integrated Science) an Bord der Sonden verantwortlich ist, mit dem die Signale empfangen werden.

"Die Chorus-Klänge bestehen aus Radiowellen die mit akustischen Frequenzen zwischen 0 und 10 kHz schwingen", erläutert der Wissenschaftler. Die Forscher gehen davon aus, dass es sich bei diesen Wellen um die wichtigsten Wellen handelt, die für die Energetisierung der Elektronen verantwortlich sind, die wiederum den äußeren Strahlungsgürtel der Erde bilden.

Ganz gezielt scheint das Chorus-Phänomen für die Entstehung sogeannnter "Killer-Elektronen" verantwortlich zu sein. Hierbei handelt es sich um hochenergetische Partikel, die sowohl für Satelliten als auch für Astronauten gefährlich werden können.

Während die meisten Elektronen im Strahlungsgürtel harmlos sind, da sie gerade zu wenig Energie besitzen, um Menschen oder elektronische Systeme zu schädigen, vermuten die Forscher jedoch, dass diese Partikel auf den Chrous-Wellen ebenso reiten können, wie ein Surfer auf einer Meereswelle und dabei derart an Energie gewinnen, um gefährlich zu werden.

"Die Produktion von Killer-Elektronen ist derzeit Inhalt zahlreicher Debatten. Chorus-Wellen sind nur eine Möglichkeit", kommentiert der RBSP-Missionswissenschaftler Dave Sibeck. Mit den Sonden hoffen wir nun, genügend Daten zusammentragen zu können, um diese Frage endlich zu klären."

Da es sich um zwei Sonden handelt, die die Klänge simultan aufzeichnen, hoffen die Forscher um Kletzing schon bald auch erstmals den "Chor der Erde" auch in einer Stereoaufnahme präsentieren zu können. Eine derartige Aufnahme wäre nicht nur ein faszinierendes Klangerlebnis, sondern könnte auch von großem wissenschaftlichem Wert sein. "Bislang verstehen wir noch nicht genau, wie breit jene Region ist, in der die Chorus-Klänge entstehen. Die von einander entfernten Sonden werden uns dabei behilflich sein, die Größe dieser Region abstecken zu können."

Gestartet im vergangenen August, sollen die beiden "Radiation Belt Storm Probes noch etwa zwei Jahre den Van-Allen-Gürtel erforschen.

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