Mittwoch, 24. Oktober 2012

Neue Hoffnung für "Jurassic Park": Forscher finden erhaltene Proteine in Saurierknochen


Tyrannosaurus Rex.
| Copyright grewi.de 


Raleigh (USA) - Ein Forscherteam der North Carolina State University und des Palo Alto Research Center (PARC) hat weitere Beweise dafür gefunden, dass sich Proteine in urzeitlichen Dinosaurierknochen erhalten haben können. Zugleich konnten die Wissenschaftler ausschließen, dass es sich bei den entdeckten Proteinen um jüngere Verunreinigungen handelt. Die Entdeckung weckt erneut auch die Hoffnung, dass sich ganze Dinosaurier-Zellen und darin vielleicht sogar DNA selbst in Fossilien erhalten haben könnten.

Erst vor kaum zwei Wochen hatten australische Wissenschaftler erklärt, dass aufgrund einer sich mehr und mehr abzeichnenden Halbwertzeit der DNA von gerade einmal 521 Jahren, wahrscheinlich keine realistische Aussicht auf die erfolgreiche Wiederbelebung der Urzeitechsen bestünde (...wir berichteten).

Bereits 2005 hatte allerdings ein Team aus Wissenschaftlern um Dr. Mary Schweitzer von der North Carolina State University weiches Gewebe in einem 67 Millionen Jahre alten Skelett eines Tyrannosaurus Rex und in den 80 Millionen Jahre alten Knochenfunden eines Brachylophosaurus canadensis entdeckt.


www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

2007 und 2009 führten die Wissenschaftler dann eine chemische und molekulare Analyse dieser Funde durch, und konnte tatsächlich bestätigen, dass es sich bei dem fasrigen Material um Kollagen handelte.

In einem nächsten Schritt versuchte Schweitzer dann herauszufinden, ob es sich bei den sternförmigen Strukturen im Innern der Fasern im Osteozyten, also um einkernige Knochenzellen, handelt.

Ein Vergleich der im Innern der T-Rex-Knochen gefundenen Struktur (B) mit der aus dem Knochen des Brachylophosaurus canadensis (E) und Osteozythen von Straußen (H)
. | Copyright: Dr. Mary Schweitzer, NC State University

In ihrer aktuell im Fachmagazin "Bone" veröffentlichten Arbeit konnten die Forscher aufzeigen, dass die untersuchten Zellstrukturen auf spezielle Antikörper reagierten. Zu diesen gehört auch das sogenannte PHEX-Protein, wie es in den Osteozyten von lebenden Vögeln zu finden ist.

"Diese Entdeckung ist besonders wichtig, da sie uns dabei hilft, eine Kontamination der untersuchten Probe auszuschließen", erläutert Schweitzer. "Einige der Antikörper, die wir in unseren Untersuchungen verwendet haben, reagieren mit Proteinen anderer Wirbeltierzellen. Allerdings reagiert keiner der Antikörper mit Mikroben. Aus diesem Grund können wir davon ausgehen, dass es sich bei diesen Strukturen tatsächlich um Osteozyten handelt. Zudem koppelt der PHEX-Antikörper nur an einer bestimmten Stelle an, wie sie nur in reifen Zellen von Vögeln existiert. Diese Antikörper reagieren nicht mit anderen Proteinen oder Zellen. Es gibt so viele Hinweise auf eine Verbindung zwischen Dinosauriern und Vögeln, dass die Entdeckung dieser Proteine dabei behilflich ist, zu belegen, dass diese Strukturen tatsächlich von Dinosauriern stammen."

Zugleich untersuchte das Team um Schweitzer die Proben natürlich auch auf in den Zellstrukturen vorhandene DNA und nutzen hierfür einen Antikörper, der sich nur an das Rückgrad der DNA ankoppelt. Der Antikörper reagierte auch auf keine Mengen von Material im Innern der "Zellen" des Tyrannosaurus Rex und des Brachylophosaurus canadensis. Auch hier konnte unter Zuhilfenahme von Antikörpern eine Kontamination mit Mikroben als Erklärung für die Messungen ausgeschlossen werden.

Die damit vorliegenden Daten stellen für die Forscher einen starken Hinweis darauf dar, dass die gefundene DNA tatsächlich von den Dinosauriern selbst stammt. Ohne eine Sequenzzierung sei es jedoch "unmöglich einen solchen Ursprung zweifelsfrei zu bestätigen."

Dennoch, so zeigt sich die Forscherin zuversichtlich, "stützen die bisherigen Daten die Theorie, nach der diese Strukturen - Proteine und DNA - auch über derart lange Zeiträume erhalten werden können".

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

"Jurassic Park" ade - DNA hat Halbwertzeit von nur 521 Jahren 12. Oktober 2012

grenzwissenschaft-aktuell.de
Quelle: ncsu.edu
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE