Mittwoch, 8. Januar 2014

Wissenschaftshistoriker entdeckt und sichtet kleine "UFO-Akten" der Bundeswehr

Das Gebäude des Bundesarchiv-Militärarchivs in Freiburg. | Copyright: user:Joergens.mi, CC-by-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Berlin (Deutschland) - Während die bisherigen Bundesregierungen von jeher behaupten, man habe weder ein Interesse an der Erforschung unidentifizierter Flugobjekte (UFOs), noch gebe es darüber irgendwelche - geschweige denn geheime - Akten, vermuten selbst kritisch- bis skeptische UFO-Forscher, dass aufgrund der Tatsache, dass zahlreiche direkte Nachbarländer und NATO-Mitgliedsstaaten offizielle UFO-Forschung betreiben, geheime Akten dazu angelegt und mittlerweile veröffentlicht haben, dass auch in Deutschland bislang nicht veröffentlichte UFO-Akten von Behörden und Militärs existieren sollten. Auch der Wissenschaftshistoriker Ralf Bülow hat sich auf die Suche nach deutschen UFO-Akten begeben und wurde in Freiburg im Breisgau fündig. Einen Bericht über seinen Fund hat er jetzt veröffentlicht.

Während schon zuvor deutsche UFO-Forscher etwa im Archiv des Auswärtigen Amtes in Sachen bundesdeutsche UFO-Akten fündig wurden (...wir berichteten) oder sogar die Handhabung von UFO-Meldungen durch Beamte und Militärangehörige bis hin zum Nationalen Lage- und Führungszentrum "Sicherheit im Luftraum" (NLFZ oder NLFZ SiLuRa) nachweisen konnten (...wir berichteten 1, 2) und sich die Verwaltung des Deutschen Bundestages weiterhin weigert, die von ihren Wissenschaftlichen Diensten erarbeiteten Dossiers über den Umgang der Bundesregierungen mit UFOs, und der Frage nach außerirdischen Besuchern, zu veröffentlichen (...wir berichteten), wurde nun auch Bülow bei seiner Suche fündig.

Wie der Historiker in seinem exklusiv auf "ufo-information.de" veröffentlichten Bericht schreibt, habe er tatsächlich "Deutsche UFO-Akten gesehen, gelesen und in der Hand gehabt." Allerdings stünden diese Akten nicht erst seit seinem Fund "seriösen Forschern zur Verfügung. Sie liegen in zwei Archiven einer südwestdeutschen Großstadt, es handelt sich um Inhalte eines normalen Aktenordners sowie um einige Papiere, die in zwei Mappen verstreut sind."


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In einem Fall handele es sich um einen Ordner mit der Signatur "BH 28-2/207", der sich im Militärarchiv des Bundesarchivs an der Wiesentalstraße 10 in Freiburg befindet: Dieser umfasse einen kleinen Teil einer größeren Sammlung von Zeitungsausschnitten, die ein Presse-Offizier des Wehrbereichskommandos II in den 1950er Jahren begonnen hatte. Darin zu finden seien darin Artikel über "Unfälle von Flugzeugen der Stationierungs-Kräfte“ und solche über "UFOs – Unbekannte Flugobjekte“.

"Die UFO-Artikel des WBK II stammen aber aus der Zeit, als die Kommandos noch existierten und kommandierten. Der erwähnte Presse-Offizier klebte die Ausschnitte auf insgesamt 78 A4-Blätter, die ersten im Juni 1959, die letzten im September 1975. Stempel mit Zeitungstiteln legen nahe, dass er einen Ausschnittdienst in Anspruch nahm, der sowohl überregionale Blätter (ZEIT, WELT, FAZ, Süddeutsche Zeitung, Tagesspiegel) als auch lokale Presse von der Ostfriesen-Zeitung über die Bremer Nachrichten bis zur Kreiszeitung für die Grafschaft Hoya auswertete, mit Schwerpunkt Großraum Hannover. Der Offizier konzentrierte sich auf die eigentliche Ufologie, es fehlen Berichte zu Filmen und Fernsehserien sowie die gesamte Präastronautik. Illustrierte Zeitschriften und DER SPIEGEL blieben gleichfalls außen vor."

Ob man diese Sammlung von Zeitungsausschnitten nun als "Akten" oder eher als "UFO-Pressespiegel" bezeichnen sollte, darüber kann man sicherlich streiten. Interessant ist jedoch - auch das arbeitet Bülow hervor – dass und zu welchem Zweck diese Sammlung auch von anderen Offizieren ausgeliehen wurden: "Notizen zu Ausleihen aus dem Ordner verraten uns, was im Offizierskorps auf besonderes Interesse stieß: Je dreimal verlangt wurden Artikel von 1967 und 1968, die UFOs abwerteten oder ganz weg erklärten."

Im September 1975 wurde der Hannoversche "UFO-Pressespiegel" dann sang und klanglos geschlossen.

Auch bei dem zweiten "Fund" handelt es sich um schon vor Bülows Recherchen freigegebene Unterlagen, bei denen es sich aber auch nicht um "offizielle UFO-Akten" im eigentlichen Sinn, sondern vielmehr um eine Sammlung von Briefen des bekannten Parapsychologen Dr. Hans Bender in Sachen UFOs an das Militär handelt. Diese finden sich in zwei Mappen (E/23-U/3 u. E/23-U/5) im Archiv des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V., das 1950 von Bender selbst gegründet wurde.

Insgesamt schickte Bender demnach drei Anfragen an die Bundesanstalt für Flugsicherung. Aus dem Antwortschreiben geht hervor, dass die staatliche Institution für die Sicherheit des Luftraums Augenzeugenberichte zu einem im weitesten Sinne unbekannten Flugobjekt erhalten hatte, diese aber ungeprüft und ohne die Absender zu informieren einem - wenn auch respektablen, aber eigentlich nicht mit Luftfahrt befassten Parapsychologen – überantwortete. Zumindest für Bülow beantwortet dieser Vorgang "die Frage nach unter ziviler Regie erstellten UFO-Akten endgültig und eindeutig: UFOs nein danke!"

Ob anhand dieser "kleinen Akten" jedoch, wie Bülow dies tut, grundsätzlich das vermeintliche Interesse der damaligen bundesdeutschen Regierung und Militärs allgemein charakterisiert bzw. daraus eine entsprechende Schlussfolgerung über ein grundsätzliches Desinteresse gezogen werden kann, diese Frage wird sicherlich in Zukunft noch Inhalt so mancher Fachdiskussion sein.

- Den vollständigen Artikel mit umfangreichen Informationen über die in den Akten befindlichen Fälle finden Sie HIER

GreWi-Link-Dossier zu den deutschen UFO-Akten

Oberverwaltungsgericht Berlin entscheidet: Bundestag darf UFO-Dossier unter Verschluss halten 13. November 2013
Handhabung von UFO-Meldungen durch deutsche Behörden: Recherchen bringen weitere Informationen ans Licht 28. Mai 2012

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