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Dienstag, 5. Juni 2007

ERFOLGREICHE QUANKTENVERSCHRÄNKUNG ZWISCHEN LA PALMA UND TENERIFFA

Das "Roque de los Michachos Observatorium" auf La Palma | Copyright: Frank Laumen

Kanarische Inseln – Einem internationalen Physikerteam ist ein neuer Entfernungsrekord für die Übertragung miteinander verschränkter Photonen gelungen. Hierzu koppelten sie zwei Lichtteilchen über eine Strecke von 144 Kilometern zwischen Teneriffa und La Palma.

Die sogenannte Quantenverschränkung beschreibt die Tatsache, dass zwei zuvor aus einem Teilchen – in diesem Fall ein Lichtphoton – erzeugte, getrennte Teilchen die absolut gleichen Eigenschaften beibehalten und sogar (wenn eines verändert wird) beibehalten, auch und obwohl sie räumlich getrennt voneinander positioniert sind.

Rein theoretisch trifft dies auf jegliche Entfernungen zu, nachgewiesen wurde dieser Effekt bisher jedoch auf einen Abstand von maximal 14 Kilometern. Der neue Rekord, den das Team um Ursula Gerber und ihre Kollegen von der Universität Wien jetzt in der Fachzeitschrift "Nature Physics" beschreiben, übertrifft diesen Wert also um das Zehnfache.

Wie „Morgenwelt.de“ berichtet, wurden hierzu die Lichtteilchen durch einen strahlenteilenden Laserkristall geteilt. Dann wurde ein Photon über ein Teleskop auf der Insel La Palma auf die Nachbarinsel Teneriffa geschickt und zeigte dann bei der Vermessung wie erwartet die gleichen Messergebnisse wie sein Schwester-Photon auf La Palma.

Die Forscher sehen in den neuen Experimenten einen großen Schritt hin zum vollständig abhörsicheren Datenübertragung zwischen Satelliten in der Erdumlaufbahn, da genau die beschrieben Eigenschaften zur individuellen und nicht illegal dechifrierbar Codierung von Nachrichten verwendet werden kann. Erst wenn sowohl der Sender als auch der Empfänger den „quantenkryptografischen Code“ kennen, kann die Botschaft gelesen werden.

Als nächstes wollen die Forscher nun gemeinsam mit der europäischen Raumfahrtagentur „ESA“ das Experiment auf Entfernungen zwischen Erdoberfläche und Umlaufbahnen ausdehnen. Hierzu soll eventuell auch das europäische Weltraumlabor „Columbus“ auf der Raumstation ISS diesen.

Quelle: morgenwelt.de / nature.com/nphys / esa.int / franklaumen.de - visiblesigns.de
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