Das älteste, noch zu Lebzeiten entstandene Bild des Franz von Assisi, ein Wandgemälde in Sacro Speco in Subiaco | Copyright: Public DomainFlorenz/ Italien – Forscher der vom „Istituto Nazionale di Fisica Nucleare“ in Florenz haben verschiedene Textil-Reliquien mittels der C14-Analyse untersucht, die dem heiligen Franziskus von Assisi zugesprochen werden. Während die angebliche Robe des Heiligen in der Kirche Santa Croce in Florenz durch die Altersdatierung als zu jung entlarvt wurde, fallen die Ergebnisse bei einer anderen Robe und die eines Gürtels tatsächlichen in die Lebzeiten des Heiligen.
Das Team um Pier Andrea Mandó untersuchte neben der als jung datierten Robe auch eine Textilprobe einer Franziskus-Ribe, die in der Franziskanerkirche von Cortona in der Toskana aufbewahrt wird. Tatsächlich datiert das Kleidungsstück aus der Zeit, in der der Heilige Franziskus (1181/82-1226) gelebt und gewirkt hatte.
Die C14-Methode untersucht den Anteil des radiaktiven Kohlenstoff. Je mehr davon bereist zerfallen ist, desto älter ist die analysierte Probe. Im Abgleich mit Gegenständen deren Alter zweifelsfrei bekannt ist, kann dann eine relativ genaue Altersbestimmung vorgenommen werden.
Die Robe in der Franziskanerkirche von Cortona stammt demnach tatsächlich aus der Zeit zwischen 1155 und 1225. Die Robe aus Santa Croce hingegen sei, so die Analyseergebnisse rund hundert Jahre zu jung – könne also nicht mehr dem Heiligen zugeordnet werden. Allerdings passe wiederum ein Gürtel aus Santa Croce, der ebenfalls Franziskus zugesprochen wird, aus der zeit des Heiligen.
Hintergrund:
Geboren als Giovanni Battista Bernardone, Sohn eines reichen Kaufmanns aus Assisi verlebte, trat er schon früh in den Militärdienst, wurde Offizier und führte ein freies und ausschweifendes Leben. Durch Gefangenschaft und Krankheit im Städtekrieg zwischen Assisi und Perugia 1202 entschied er sich sein leben radikal zu ändern und fortan in Armut und tätiger Nächstenliebe sein Leben nach dem Vorbild Jesu zu leben. Schnell fand er eine immer größer werdende Anhängerschaft, gründete den Orden der Minderen Brüder (der spätere Franziskanerorden) und stelle strenge und demütige Ordensregeln im Sinne Jesu auf. Auch war er Mitbegründer des Ordens der Klarissen.
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Mit der Abgabe der Ordensleitung zog sich Franziskus immer mehr aus der Gemeinschaft zurück und ging 1223 in die Einsiedelei Fonte Colombo. Im Sommer 1224 zog er sich auf den Berg La Verna zurück, wo er seit 1212 eine kleine Felsnische als Einsiedelei benutzte. Hier soll er am 17. September (drei Tage nach dem kath. Fest der Kreuzerhöhung) 1224 während einer Vision der Leiden Christi dessen Wundmale, so genannte Stigmata, empfangen haben und gilt damit als erster überlieferter Fall dieses Phänomens.
Neben seiner Stigmatisierung ist der bereits 1228 heilig gesprochene Franziskus besonders für seine Tierpredigt, die ihn auch zum Schutzpatron der Tiere und Tierärzte machte, und seinen so genannte "Sonnengesang", ein Gebet das die Schönheit der Schöpfung lobpreist, bekannt.
Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de / sciencedaily.com / Istituto Nazionale di Fisica Nucleare
