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Dienstag, 9. Oktober 2007

DNS-Analyse belegt Knochenfund der Zarenkinder Alexei und Maria

Die Zarenfamilie Nikolaus II. | Copyright: PD

Jekaterinburg/ Russland – Unweit von Jekaterinburg hatten Archäologen ende August 2007 die Überreste zweier Leichen gefunden. DNS-Analysen belegen nun mit sehr großer Wahrscheinlichkeit, dass es sich um die Kinder des letzten russischen Zaren, Nikolaus II. Alexei und Maria Romanow handelt.

Wie „National Geographic“ berichtet wurden die Knochen unweit des Ortes der letzten Gefangenschaft der Zarenfamilie entdeckt, wo diese in der Nacht vom 16. auf dem 17. Juli 1918 von Bolschewiki hingerichtet wurden.

Der Fund, sollte er sich bestätigen, würde weitere Fragen zum Schicksal der Zarenfamilie beantworten, um das sich seit Jahrzehnten zahlreiche Mythen, Legenden, Spekulationen und Verschwörungstheorien ranken.

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Hintergrund: Der Mord an der Zarenfamilie
Nachdem in Folge der Februarrevolution in Russland Zar Nikolaus II. im März 1917 seine Abdankung unterzeichnete und eine provisorische Regierung die Macht übernahm, wurde die Zarenfamilie vorerst im Alexanderpalast zu Zarskoje Selo inhaftiert. Gemeinsam mit seiner Frau Alexandra Fjodorowna und seinen Kindern Olga, Tatjana, Maria, Anastasia und Alexei wurde der Zar dann am 13. August 1917 samt Gefolge ins ehemalige Gouverneurshaus im sibirischen Tobolsk verbannt. Ursprünglich wollten die Bolschewiki dem Zaren in einem Schauprozess wegen Verbrechen am russischen Volk in der neuen Hauptstadt Moskau anklagen. Hierfür sollte die gesamte engere Familie des Zaren im April 1918 über Jekaterinburg, wo sie am 30. April eintrafen, nach Moskau gebracht werden. Hier übernahm am 4. Juli die „Außerordentliche Allrussische Kommission zur Bekämpfung von Konterrevolution (Tscheka) die Bewachung der Familie. Schon in den ersten Juliwochen trafen Lenin und Swerdlow in Moskau die Entscheidung die Zarenfamilie nicht öffentlich anzuklagen, sondern hinzurichten. Offenbar befürchteten die Bolschewiki, dass der geplante Prozess in einem Freispruch enden und dies eine monarchistische Konterrevolution provozieren könnte. Im Angesicht der nahenden Weißen Truppen, sahen sich die Bolschewiken in der Nacht auf den 17. Juli 1918 zur Eile gedrungen und ließ die gesamte Familie im Keller des Hauses erschießen und erstechen. Die Spuren der Hinrichtung versuchten die Truppen so gut wie möglich zu verwischen. Die Leichen der Romanows wurden in einen alten Bergwerksschacht geworfen. Hier wurden diese jedoch schon in den folgenden Tagen wieder geborgen und teilweise verbrannt und die Reste mit Schwefelsäure übergossen, vergraben. Erst am 20. Juli wurde in einem Extrablatt die Erschießung der Zarenfamilie bekannt gegeben.

Besonders um das Schicksal der jüngsten Zarentochter Anastasia ranken sich immer noch zahlreiche Legenden. Sie soll, so behaupten einige Theorien, die Hinrichtung überlebt haben. Tatsächlich erbrachte eine Exhumierung der Romanow-Leichen 1994, dass zwei Körper, darunter wohl ach jener der Anastasia, fehlten. Unterschiedliche Frauen, behaupteten später von sich, die verschollene Zarentochter zu sein. Besonders bekannt wurde der Fall der Amerikanerin „Anna Anderson“. Mittlerweile haben jedoch DNS-Tests bestätigt, dass Anna Anderson in Wirklichkeit die polnische Fabrikarbeiterin Franziska Schanzkowska war. Im Jahr 2000 wurde die Zarenfamilie von der Russisch-Orthodoxen Kirche heilig gesprochen.

Quelle: news.nationalgeographic.com / grenzwissenschaft-aktuell.de
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