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Freitag, 7. März 2008

Binärer Todesstern zielt Richtung Erde

Ungemütliche Draufsicht auf WR 104 | Copyright: P. Tuthill, University of Sydney

Sydney/ Australien - Neue Beobachtungen des Sternensystems Wolf-Rayet (WR) 104 im Sternbild Schütze, belegen eine potentielle Bedrohung für die Erde. In seinem Zentrum befindet sich ein unstabiler Stern der droht in einer Supernova zu explodieren. Der dabei frei werdende Gammastrahlen-Strahl scheint genau in Richtung Erde zu zielen.

Das Team um den Astronom Dr. Peter Tuthill von der University of Sydney hat seine neusten Beobachtungen jetzt im Astrophysical Journal veröffentlicht. Demnach befindet sich das vor acht Jahren entdeckte Binäre Sternensystem etwa 8000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Anhand von Aufnahmen über einen Zeitraum von acht Jahren erstellten die Astronomen mit Hilfe des Keck Telescope auf Hawaii eine Langzeitbeobachtung des Systems. Das Ergebnis war eine wunderschön anzuschauende Spiralbewegung von 30 Millionen Kilometern Länge, in der die Sterne eine Fahne aus glühendem Staub und Gas hinter sich herziehen.

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Was auf den ersten Blick so wunderschön erschien, erregte auf den zweiten Blick das ernste Interesse der Wissenschaftler: "Von der Erde aus, blicken wir direkt auf den perfekt spiralförmigen Schweif", erläutert Tuthill auch gegenüber Grenzwissenschaft-Aktuell.de, "diese Perspektive kann aber nur entstehen, wenn wir direkt von oben auf die Rotationsachse des Binärsystems herabschauen. Das wiederum bedeutet, dass wir - bildhaft gesprochen - direkt in den Mündungslauf einer möglichen zukünftigen Supernova blicken. Wir lägen also direkt im Ziel eines gebündelten Gammastrahlen-Strahls, der bei einer Supernova zu beiden Enden dieser Achse an den Polen des Binärsystems austreten würde. (...) Wenn es dazu kommt, will man diesem Strahl wirklich nicht im Wege stehen."

Bilderfolge der Spiralbewegung von WR 104 | Copyright: P. Tuthill, University of Sydney

Eine Studie aus dem Jahr 2005 kommt zu dem Schluss, dass ein solcher Gammastrahlen-Ausbruch in 6500 Lichtjahren Entfernung die Ozonschicht der Erde auflösen könnte. Das Cosmos Magazine zitiert hierzu Adrian Melott von der University of Kansas der davon ausgeht, dass ein solches Ereignis vor rund 443 Millionen Jahren, im späten Ordovizium, 60 Prozent des irdischen Lebens ausgelöscht und die Erde deutlich abgekühlt haben könnte.


Jetzt will das Team um Tuthill genau untersuchen, ob die Erde tatsächlich exakt auf der Ausrichtung der Rotationsachse von WR 104 liegt. Bislang sei eine genaue Ausmessung anhand der Bilder noch nicht möglich. Auch könne die Art der Supernova-Ausbrüche von Binärsystemen aufgrund der Asymmetrie nur schwer vorhergesagt werden. Doch selbst wenn, so beruhigen die Forscher, könnte die mögliche Supernova noch hunderte oder tausende von Jahren auf sich warten lassen. "Das sollte dann genug Zeit sein, um nach eine Lösung des Problems zu suchen", kommentiert Tuthill humorvoll die Situation.


Quellen: physics.usyd.edu.au / grenzwissenschaft-aktuell.de / cosmosmagazine.com
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