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Donnerstag, 6. März 2008

Streit um Galileo Galileis Leichnam

Galileo Galilei - Porträt von Justus Sustermans, 1636 | Copyright: Public Domain

Florenz/ Italien - 366 Jahre nach seinem Tod sorgt Galileo Galilei erneut für Streit zwischen Wissenschaft und Kirche. Forscher fordern den Leichnam des Wissenschaftlers zu exhumieren, um mittels DNA-Tests den Grund für seine spätere Blindheit zu erkunden. Der Kirchenrektor stellt sich gegen das Vorhaben.

Laut BBC wollen die Wissenschaftler um Professor Paulo Galluzzi auch überprüfen, ob es sich bei dem Leichnam der gemeinsam mit Galilei in der Basilica di Santa Croce in Florenz bestattet ist, tatsächlich um seine Tochter Celeste handelt. Der Rektor der Basilika stellt sich derweil gegen die Pläne und bezeichnet sie als respektlos.

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Galileo Galilei (1564 - 1642) wurde 1633 wegen Gotteslästerung von der Inquisition zu lebenslangem Hausarrest und wöchentlich die sieben Bußpsalmen verurteilt, weil er öffentlich das heliozentrische Weltbild nach Kopernikus und Kepler vertrat. Ein langjähriges Augenleiden führte 1638 zu seiner vollständigen Erblindung - möglicherweise eine Folge seiner anfangs ohne ausreichenden Schutz unternommenen Sonnenbeobachtungen.

Neben zahlreichen anderen Entdeckungen wurde der Universalwissenschaftler besonders durch seine astronomischen Beobachtungen bekannt, für die er als Erster ein von ihm verbessertes Fernrohr verwendete, das erst 1608 von Jan Lippershey erfunden wurde, wodurch er gleichzeitig die Teleskop-Astronomie begründete . Er stellte unter anderem fest, dass die Oberfläche des Mondes rau und uneben ist und entdeckte die vier größten Monde des Jupiters. Zudem erkannte er, dass es sich bei der Milchstrasse nicht, wie mit bloßem Auge erscheinend, um ein nebliges Gebilde handelt, sondern dass diese aus unzähligen Sternen besteht. Auch entdeckte und beobachtete er als Erster die Sonnenflecken.

Zum Thema:

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"Die Tragik von Galileos Wirken", kommentiert die Wikipedia, "liegt darin, dass er als ein zeitlebens tiefgläubiges Mitglied seiner Kirche den Versuch unternahm, eben diese Kirche vor einem verhängnisvollen Irrtum zu bewahren. Seine Intention war es nicht, die Kirche zu widerlegen oder zu spalten, sondern vielmehr war ihm an einer Reform der Weltsicht der Kirche gelegen. (...) Auch war Galilei der Überzeugung, die wunderbaren Werke des Herrn durch Experiment und Logik früher oder später vollständig klären zu können."

Am 2. November 1992 wurde Galileo Galilei von der römisch-katholischen Kirche formal rehabilitiert.

Quellen: bbc.co.uk / grenzwissenschaft-aktuell.de / wikipedia.de

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Priester im Namen Galileis zum Beten verurteilt
, 16. Dezember 2007
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