Kompositbild des sog. Bullet-Clusters: Die aus Strahlungsemissionen im Röntgen-Bereich abgeleitete Verteilung der normalen Materie wird rot, die anhand von Gravitationslinseneffekten abgeleitete Verteilung Dunkler Materie blau dargestellt | Copyright: NASARom/ Italien - Ein Team aus italienischen und chinesischen Physikern glaubt, im Innern des Gran Sasso Gebirgsmassivs in den italienischen Abruzzen Hinweise auf Dunkle Materie gefunden zu haben. Während andere Forscher die Ergebnisse bezweifeln, erklären die Forscher nun weitere Beweise für die Richtigkeit ihrer Daten gefunden zu haben.
Zuvor hatten andere Forscher kritisiert, dass das bereits 2003 mittels eines Natrium Iodid Detektor, der in einem Labor in 1,4 Kilometern Tiefe des Berges nach Lichtblitzen Ausschau hält, die theoretisch auch durch kosmische Dunkle Materie ausgelöst werden könnten, wenn diese auf die Erde trifft, lediglich auf einen statistischen Zufall zurück zu führen sei.
Astrophysiker postullieren, dass nahezu 90 Prozent unseres Universums aus der unsichtbaren "Dunklen Materie" besteht. Bislang wurde ihre Existenz jedoch lediglich indirekt durch astronomischen Beobachtungen, z. B. der Galaxienrotation, der Dynamik von Galaxienhaufen und des Gravitationslinseneffekts, nahe gelegt, die unter Zugrundelegung der anerkannten Gravitationsgesetze durch die sichtbare Materie allein nicht erklärbar sind.
Wie der "New Scientist" berichtet, werden die Blitze normalerweise durch natürliche Prozesse wie Radioaktivität im Felsgestein verursacht. Sollten sie jedoch von der postulierten unsichtbaren Dunklen Materie ausgelöst werden, würde dies anhand jahreszeitlich bedingter Variationsmuster zu erkennen sein, die von der Geschwindigkeit abhängt, mit der sich unser Planet - beeinflusst von der aktuellen Bewegungsrichtung - durch die Galaxie bewegt.
Aufgrund dieser Theorie sollte die Erde jeweils im Juni auf mehr Partikel Dunkler Materie stoßen, wenn sie sich in gleicher Richtung wie unsere Sonne durch die Milchstrasse bewegt. Im Dezember, also bei entgegengesetzter Bewegungsrichtung, sollten dann wieder deutlich weniger Partikel gemessen werden können.
Genau diesen Effekt will das Dark Matter (DAMA)-Team um Rita Bernabei von der Universität in Rom bereits 2003 gemessen haben. Allerdings konnten andere Projekte, welche die gleichen Messungen zu Ziel haben, die Messungen von DAMA nicht bestätigen.
Jetzt hat DAMA seine Untersuchungen mit einem leistungsfähigeren Detektor wiederholt und konnte seine Ergebnisse von 2003 bestätigen, da erneut eine jahreszeitenabhängige Variation in der Menge der gemessenen Partikel gefunden. Damit, so DAMA, könne ein systematischer Fehler oder zufällige Muster ausgeschlossen werden. Trotzdem zeigen sich andere Gruppen und Forscher weiterhin skeptisch, da auch die neuen DAMA-Werte von anderen Stationen bislang nicht bestätigt wurden.
Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / newscientist.com
