Die Raumsonde "Pioneer 11" | Copyright: NASAPassadena/ USA - Forscher des "Jet Propulsion Laboratory" (JPL) der NASA glauben, eine Erklärung für die Kursabweichung der Sonde "Pioneer 11" gefunden zu haben. Ebenso wie Ihre Schwestersonde "Pioneer 10" sorgt diese seit 1980 J für Kopfzerbrechen unter Experten, da beide Sonde anders fliegen, als sie dies eigentlich sollten.
Beide Sonden werden mit einer konstanten Beschleunigung unbekannter Herkunft abgelenkt. Die Ablenkung um (8,74±1,33) · 10hoch -10 m/s² zur Sonne hin, entspricht etwa 10hoch −5 der Beschleunigung durch die Gravitation des Sonnensystems und führte über einen Zeitraum von 15 Jahren bereits zu einer Abweichung von etwa 100.000 Kilometern von der eigentlich berechneten Position.
Wissenschaftler und Laien präsentieren bislang schon die unterschiedlichsten Erklärungstheorien für die so genannte "Pioneer-Anomalie", darunter simultane technische Probleme beider Sonden, unbekante Gravitationsgesetzte und Einflußnahme durch Außerirdische.
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Auf dem Treffen der "American Physical Society" in St Louis, im US-Bundesstaat Missouri, präsentierte Slava Turyshev vom JPL jetzt die Ergebnisse einer Studie, mit der zumindest die Anomalie von "Pioneer 11" teilweise erklärt werden könne.
Wie"NewScientist.com" berichtet, soll die Kursabweichung durch thermale Effekte ausgelöst werden. Das Forscherteam verglich bei seiner Studie sämtliche technischen und telemetrischen Daten der Sonde bis ins kleinste Detail und fütterten mit diesen Werten eine zu diesem Zweck erstellte Computersimulation der Sonde. Diese ist auch in der Lage, die Hintzeverteilung über den Sondenkörper darzustellen. Dabei zeigte sich, dass bestimmte Teile der Sonde deutlich mehr Hitze abgeben als andere. Diese unregelmäßige Verteilung der Hitzeemissionen reiche aus, um den Kurs der Sonde ungewollt um 28 bis 36 Prozent der ermittelten Kursabweichung der Anomalie zu verändern.
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Die Wissenschaftler um Turyshev glauben, dass sich die optischen Eigenschaften der Außenstruktur der Sonde über die Jahre hinweg durrch Staub und ultraviolettes Licht verändert haben könnten, sodass Teile des Raumschiffes mehr Hitze abgegen als andere und somit ihren Kurs beeinflußen. Als nächstes wollen die Forscher ihre Staubtheorie überprüfen und erwarten, schon in fünf Monaten erste Ergebnisse präsentieren zu können.
Quellen: newscientist.com / genzwissenschaft-aktuell.de
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NASA findet weitere Beweise für Raumanomalie, 4. März 2008
