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Mittwoch, 7. Mai 2008

Hatte die Erde einst mehrere Monde?

Das Erde-Mond-System im Größenmaßstab | Copyright: NASA

Moffett Field/ USA - Darüber, wie unser Erdenmond entstanden ist, streiten sich seit Jahrhunderten Gelehrte, Wissenschaftler und Laien. Eine der mittlerweile bevorzugtesten Theorien geht davon aus, dass der Mond durch einen katastrophalen Zusammenstoß der noch jungen Erde mit einem Mars-großen Himmelskörper vor rund 4,5 Milliarden Jahren entstand. Ein solches Ereignis, so spekuliert nun eine aktuelle Studie, hätte jedoch wahrscheinlich gleich mehrere Erdtrabanten entstehen lassen.

Tatsächlich, so glaubt das Team um Jack Lisasauer vom "Ames Research Center" der NASA in Kalifornien und John Chambers von der "Carnegie Institution of Washington", könnten diese Mondengruppe viele Millionen Jahre lang am Erdhimmel gestanden haben.

Nach dem neuen Modell, hätten sich die kleineren Monde dabei an den beiden Lagrange-Punkten des Erd-Mondsystems befunden. Diese Punkte (benannt nach Jean-Louis Lagrange) markieren jene Punkte im Weltraum, an denen sich die Gravitationskräfte von Erde und Mond gegenseitig aufheben. Objekte, die in diesen Regionen gefangen sind, werden als "Trojaner" bezeichnet und können hier für immer stationär verbleiben.

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"Der gewaltige Einschlag, der wahrscheinlich zur Bildung des Mondes geführt hat, schleuderte sehr viel Material in den Erdorbit. Einiges davon könnte an den Lagrange-Punkten eingefangen worden sein", erläutert Lissauer seine Arbeit.

100 Millionen Jahre lang, so die Schätzung der Forscher, könnten diese Trojaner dann ihren Platz am Himmel eingenommen haben. Spätere Veränderungen der Gravitationskräfte, könnten dann schließlich dazu geführt haben, dass die kleinen Monde befreit wurden und entweder auf den heutigen Mond oder die Erde gestürzt sind.

"Der Störeinfluss der anderen Planeten wäre dabei zwar minimal gewesen", so Lissauer gegenüber dem "New Scientist", "doch könnte er ausgereicht haben, um die Form des Erdorbits verändert haben, wodurch sich auch die Auswirkungen des Gravitationsfeldes der Sonne auf die Monde verändert hätten. Ein solcher Effekt hätte die irdischen Trojaner dann destabilisiert."

Zusätzliche Studien durch den Astrophysiker Matija Cuk von der "University of British Columbia" in Kanada, gehen von kleineren, etwa Asteroiden-großen Trojanern von einigen Dutzend Kilometern Durchmesser aus. Am Nachthimmel hätten diese Objekte dann wie sehr helle Sterne ausgesehen.

Quellen: newscientist.com / grenzissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

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