
Mögliche Einschlagszone von Apophis nach NASA-Berechnungen | Copyright: NASA
Wien/ Österreich - Ein Expertenrat soll Pläne erarbeiten und überprüfen, die dabei helfen sollen, einen möglichen Einschlag des Asteroiden Apophis, der 2029 und 2036 der Erde bedrohlich nahe kommt, zu verhindern.
Der etwa 300 Meter durchmessende Asteroid wird bereits am 13. April 2029 die Erde in nur 30.000 Kilometern Höhe, also niedriger als die Ebene geostationärer Satelliten, passieren, um dann schon sieben Jahre später zurück und der Erde noch näher z kommen. Astronomen schließen nicht aus, dass der kosmische Brocken auch die Erde treffen und dabei gewaltige Zerstörungen verursachen wird. Die mögliche Einschlagszone reicht nach bisherigen Berechnungen von Kalifornien bis nach Mittelamerika. Erst ab 2014 werden Astronomen den potentiellen Einschlagsort anhand direkter Beobachtungen des zur Zeit noch nicht sichtbaren Asteroiden berechnen können.
Ein Einschlag hätte die Kraft von 67.000 Hiroshima-Bomben und würde alles in einem Umkreis von hunderten Kilometern zerstören und wahrscheinlich gigantische Tsunami-Wellen erzeugen. Eine unmittelbare folge wäre ein Wetterchaos über Jahre hinweg. Um globale Auswirkungen zu haben, ist Apophis jedoch mit 300 Metern noch zu klein. Diese sind erst ab Asteroiden ab 1,5 Kilometern zu befürchten.
Ob es 2036 zu einem Einschlag kommt, hängt indes davon ab, wie nahe Apophis der Erde sieben Jahre zuvor kommt, da die Erdgravitation je nach Abstand seine zukünftige Flugbahn beeinflusst. Laut einer Prognose des „Southwest Research Institute“ in Boulder schießt er am Freitag den 13. 2009 innerhalb eines 3350 Kilometer breiten "Fensters" im Abstand von rund 30.000 Kilometern vom Erdmittepunkt entfernt an der Erde vorbei. Nur wenn seine Flugbahn innerhalb der erdnächsten 610 Metern dieses Fensters liegt, wird er derart abgelenkt, dass er bei seiner Rückkehr 2036 die Erde treffen wird.
Wissenschaftler diskutieren sei der Entdeckung von Apophis im Juni 2004 und der Erkenntnis der von ihm ausgehenden möglichen Bedrohung darüber, wie der Asteroid von der Erde abgelenkt oder seine Flugbahn zumindest derart verändert werden kann, dass er in unbesiedeltem Gebieten niedergeht.
2006 startete die europäische Raumfahrtagentur ESA das Pilotprojekt "Don Quijote". Hier sollen zwei Sonden - der Orbiter "Sancho" und der Impaktor "Hidalgo" - den Asteroiden binnen vier Jahren auf verschiedenen Flugrouten erreichen. Hidalgo soll dabei Apophis mit einer Kraft von vier Tonnen rammen und somit seine Bahn von der Erde abwenden, während "Sancho" dieses Ereignis genau analysiert. Diese Methode hätte den Vorteil, dass eine Nuklearexplosion und die von dieser ausgehenden elektromagnetischen Impuls-Wellen vermieden werden könnten. Im Dezember gleichen Jahres setzte die NASA 50.000 Dollar für Vorschläge aus, wie der Asteroid zuvor mit einem Peilsender zur genaueren Bestimmung seiner Flugbahn ausgestattet werden kann.
Die österreichische Tageszeitung "Die Presse" berichtet, hat derweil das UNO-"Komitee zur friedlichen Nutzung des Alls" (COPUOS) eine Expertengruppe formiert, die am 25. September in San Francisco den Entwurf eines weltweiten Vertrages zur Asteroiden-Abwehr vorstellen werde.
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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / diepresse.com
