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Montag, 10. November 2008

Gamburzew-Gebirge: Forscher erkunden Rätsel um antarktisches Geistergebirge


Antarktis - Gänzlich unter dem Eis der Zentral-Antarktis verborgen, stellt das Gamburzew-Gebirge die Wissenschaft bis heute vor ein großes Rätsel - gibt es doch geologisch bislang keine befriedigende Erklärung dafür, warum das auch als "Geistergebirge" bezeichnete Massiv an dieser Stelle überhaupt existiert. Eine aktuelle Expedition und Studie sucht nun nach neuen Antworten.


Mit 1200 Kilometern Länge und mit höchsten Erhebungen von 3400 Metern wird das Gamburzew-Gebirge auch als "Antarktische Alpen" bezeichnet, zeigt jedoch nur wenige geologische Gemeinsamkeiten mit den Merkmalen anderer Hochgebirge auf.

Schaubild der Erforschung des Gamburzew-Gebirges: Mittels luftgestützem Radar (1) vermessen die Forscher die Dicke des Eises, um das darunterliegende Bergmassiv zu kartografieren. Zugleich führen die Flugzeuge auch magnetische Messungen durch (2), um weitere Informationen über das Gebirge zu erlangen. Von der Bodenstation (3) aus, vermessen die Forscher der Antarktisstation das Gebirge mittels seismischer Wellen. | Copyright: BBC

So liegt das Gebirge im Gegensatz zu anderen Bergzügen mitten im Kontinent und nicht etwa an einer plattentektonische Grenze. Zudem entspricht seine Höhe zwar geologisch relativ jungen Gebirgen wie den Rocky Mountains (ca. 70 Mio. Jahre) oder den europäischen Alpen (ca. 135 Mio. Jahre), doch deuten die neusten Erkenntnisse auf ein Alter des Gamburzew-Gebirges von 500 Millionen Jahren hin. Vergleichbar alte Gebirge - wie etwa die Appalachen - sind hingegen aufgrund von Erosion deutlich kürzer und weniger zerklüftet und schroff.

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Bislang schätzten viele Forscher, dass Alter des Gamburzew-Gebirges wegen seiner Größe auf rund 60 Millionen Jahre und seine Herkunft aufgrund seiner Entfernung von plattentektonischen Grenzen als vulkanisch. Wie das Team um Tina van de Flierdt vom "Imperial College London" und Sidney Hemming von der "Columbia University" im Fachmagazin "Geophysical Research Letters" (GRL) berichtet, werden diese Theorien durch die neuen Daten nun jedoch widerlegt.

Anhand von Sedimentproben der antarktischen Küstenregion könne ausgeschlossen werden, dass das Gebirge auf junge geologische Aktivität zurückgeht, da sich hier sonst Spuren dieses Gesteins finden müssten. Stattdessen weisen alle gefundenen Mineralien ein Alter von mehr als 500 Millionen Jahren auf. Ein derartig altes Gebirge sollte jedoch schon längst durch Erosionskräfte abgetragen worden sein.

Verwundert zeigen sich die Forscher auch über die geringe Erosion des Bergmassivs unter dem Eis. Zwar erkläre der Eismantel, den geringeren Abtransport von Erosionsmaterial, doch fänden sich auch keine Hinweise auf gewöhnliche Erosion aus eisfreien Zeiten.

"Entweder handelt es ich um ein nicht-vulkanisches Gebirge oder es hat sich erst gebildet, nachdem die Eisdecke bereits vorhanden war", versucht sich Hemming an einer ersten Theorie und widerspricht zugleich letzterem Punkt aufs Neue, da eine derart späte Entstehung wiederum anhand der Sedimentspuren nicht bestätigt werden könne.
Eine andere Theorie versucht das Gebirge durch einen zähflüssigen vulkanischen Ausstoß unmittelbar unter der äußeren Gesteinsschicht zu erklären, der hier einen Magma-See gebildet und dabei den Gebirgszug empor gedrückt habe, ohne, dass dabei Magma an die Oberfläche getreten sei. Ein derartiges Ereignis, so berichtet National Geographic, könnte sich auch innerhalb der vergangenen 50 Millionen Jahre ereignet haben.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / imperial.ac.uk / agu.org / nationalgeographic.com
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