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Donnerstag, 13. November 2008

Mysteriöser Polarlicht-Kranz auf Saturn lässt Wissenschaftler rätseln

Die Infrarotaufnahme der Sonde Cassini zeigt das mysteriöse Polarlicht über dem Nordpol des Saturn | Copyright: NASA/JPL/University of Arizona

Tucson/ USA - Mit der Infrarotkamera an Bord der Cassini-Raumsonde der NASA wurden die einzigartigen Polarlichter über dem Nordpol des Saturn in bislang nicht bekannter Auflösung und Qualität fotografiert. Immer noch rätseln die Wissenschaftler darüber, wie diese Phänomene zustande kommen.

Zwar ist bekannt, dass Polarlichter (Aurora) auf der Erde, wie auch auf dem Saturn und anderen Planeten entweder dann entstehen, wenn die hochenergetischen Partikel des Sonnenwindes an den Polen auf die oberen Atmosphäre treffen oder durch elektrisch geladene Teilchen der eigenen Magnetosphäre angeregt werden - der Leuchtkranz über dem Südpol des Saturns sei, so die Forscher um Robert Brown von der University of Arizona (UA) und Tom Stallard von der University of Leicester (UL), einzigartig und in dieser Form nur auf dem Ringplaneten zu finden.

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"Es ist nicht nur eine ringförmige Aurora, wie wir sie auch von Jupiter und der Erde kennen. Dieses Polarlicht überzieht eine große Fläche über den ganzen Pol hinweg", erläutert Stallard, dessen Untersuchungsergebnisse jetzt auch im Fachmagazin Natur veröffentlicht wurden. Teilweise zieht sich das Polarlicht des Saturn von 82 Grad nördlicher Breite bis über den Pol hinweg. Anhand der einjährigen Überwachung des Phänomens konnten die Forscher auch aufzeigen, dass sich die Aurora binnen 45 Minuten konstant verändert und sogar gänzlich verschwinden kann.

Die Wissenschaftler zeigen sich umso mehr verwirrt, als dass bisherige Modelle, die die Entstehung der Polarlichter des Saturn erklären sollten, eigentlich vorhersagen, dass gerade jene Regionen, die vom Polarlicht bedeckt werden, eigentlich leer sein sollten. Stattdessen nun jedoch hier eine derart helle Erscheinung vorzufinden, sei also für die Forscher eine "faszinierende Überraschung".

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Während das ringförmige Polarlicht des Jupiter durch Interaktionen in dessen Magnetosphäre hervorgerufen und das Hauptpolarlicht des Saturn durch den Sonnenwind erzeugt wird, treffen beide Erklärungen auf die ringförmige Aurora des Saturn nicht zu.

"Die Merkmale dieser Aurora zeigen uns, dass es da etwas ganz spezielles und unerwartetes innerhalb der Magnetosphäre des Saturn gibt, das auch mit dem Sonnenwind und der planetaren Atmosphäre interagiert", kommentiert der Nick Achilleos von Cassini-Forschungsteam am University College London (UCL).

Besonders fasziniert zeigen sich die Forscher zudem von der Tatsache, dass die Aurora offenbar mit der hexagonalen (sechsseitigen) Wirbelstruktur über dem Nordpol des Saturn in Wechselbeziehung steht, deren Natur ebenfalls noch weitgehend unbekannt ist.

"Wir können derzeit noch nicht einmal über die Hintergründe dieser Verbindung zwischen Aurora und dem Hexagon spekulierten", so Robert Brown, "weil wir einfach noch nicht wissen, was da überhaupt vor sich geht."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / arizona.edu
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