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Mittwoch, 5. November 2008

Sonde Cassini könnte Hinweise auf Leben auf Saturnmond Enceladus finden

Künstlerische Interpretation des Vorbeifluges der Sonde Cassini am Saturnmond Enceladus | Copyright: NASA/JPL/ESA

Moffett Field/ USA - Einer neuen Studie zufolge, könnte die NASA-Sonde Cassini Hinweise auf Leben auf dem Saturnmond Enceladus finden, obwohl die Sonde eigentlich gar nicht dafür ausgerichtet ist, nach Lebensspuren zu suchen.

Laut dem Team um Christopher McKay vom Ames Research Center (ARC) der NASA könnte die Sonde Hinweise auf Leben im Ausschussmaterial der gigantischen Fontänen am Südpol des Saturnmondes in Form von organischem Methangas aufspüren und von nichtbiologischem Methan unterscheiden. Diese Fontänen, so vermuten Wissenschaftler, werden möglicherweise von einem Ozean aus flüssigem Wasser unter der vereisten Oberfläche des 500 Kilometer durchmessenden Mondes gespeist.

In diesem Ozean, so die Hoffnung von Exobiologen, könnte sich Leben - zumindest in mikrobiologischer Form - entwickelt haben, das dann durch die Abgabe von Methan erkannt werden könnte. Auch auf der Erde gibt es - etwa unter kilometerdickem Eis in Grönland - methanproduzierende Mikroben.

"Wenn wir uns fragen, was man alles benötigt, um die Grundlage für Leben (wie wir es auf der Erde kennen) zu erhalten, so wäre dies Wasser, Energie, organisches Material und Stickstoff. All diese Materialien sind vorhanden und konnten bereits in den Fontänen nachgewiesen werden", zitiert der New Scientist den Forschungsleiter.

Cassini könnte also den Beweise für derartiges Leben auf Enceladus finden, indem es das verhältnismäßige Vorhandensein von Methan und schwererer organischer Chemikalien wie Propan und Acetylen im Innern der Fontänen vergleicht.

Biologische Prozesse würden, so McKay, deutlich mehr Methan erzeugen als chemisch-organische Komponenten, wodurch - im Falle dieser Situation - Leben von abiologischen Produkten unterschieden werden könne. Entsprechende Methoden kommen bereits auf der Erde in analytischen Verfahren zum Einsatz.

Auch mit den Möglichkeiten der Cassini-Sonde könnte - etwa durch das Ion and Neutral Mass Spectrometer (INMS), die Konzentration unterschiedlicher Moleküle in den Fontänen analysiert werden.

Bei den bisherigen Vorbeiflügen registrierte die Sonde jedoch lediglich nichtbiologisches Methan - ein Umstand, der die Forscher um McKay jedoch nicht von ihrer Theorie abbringt. Die Daten würden ein dennoch vorhandenes biologisches Signal nicht ausschließen - es sei lediglich noch nicht direkt danach gesucht worden.

Anhand von Simulationen versuchen die Forscher nun herauszufinden, wie sich auf Enceladus abiologisches Methan gebildet haben könnte, um so zukünftige Messergebnisse besser verstehen zu können.

Auch anhand zukünftiger Missionen könnte die Theorie genauer überprüft werden. Im kommenden Jahr will sich die NASA zwischen einer Mission zum Jupitermond Europa oder zum Planeten Saturn entscheiden. Sollte Saturn als Missionsziel gewählt werden, böte sich auch anhand zahlreicher Vorbeiflüge an Enceladus die Möglichkeit, mit noch genaueren Instrumenten nach Lebensspuren im Wasser der Fontänen zu forschen.

Ehemals Ozeane auch auf Saturnmond Tethys?, 15. März 2008

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / liebertonline.com / newscientist.com
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