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Samstag, 13. Dezember 2008

Weißer Zwerg stellt Sternentstehungsmodelle in Frage

Die leuchtschwächsten Sterne in dieser Aufnahme des Kugelsternhaufens M4 sind weiße Zwerge | Copyright: NASA/Univ. British Columbia

Tübingen/ Deutschland - Deutsch-amerikanische Astrophysiker haben die Oberflächentemperatur des Weißen Zwergs mit der Bezeichnung KPD 0005+5106 mit 200.000 Grad Celsius bestimmt.. Somit handelt es sich nicht nur um einen der heißesten bekannten Sterne, in seiner Photosphäre fanden sie auch eine ungewöhnliche Konzentrationen chemischer Elemente.

In Zusammenarbeit mit Dr. Jeffrey Kruk von der Johns Hopkins University gelang dem Team um Prof. Klaus Werner und Dr. Thomas Rauch vom Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen die Beobachtung mit dem Far-Ultraviolet Spectroscopic Explorer (FUSE) Weltraumteleskop der NASA. Die Arbeitsgruppe veröffentlicht ihre Forschungsergebnisse nun in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics.

Der weiße Zwerg ist demnach so heiß, dass seine Photosphäre Emissionslinien im Ultraviolettspektrum zeigt, ein Phänomen, das bisher nicht bekannt war. Diese Emissionen stammen von extrem ionisiertem Kalzium, was der höchsten Ionisationsstufe eines chemischen Elements entspricht, die jemals im Photosphärenspektrum eines Sterns gefunden wurde.


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"Sterne mittlerer Masse, entsprechend ein bis acht Sonnenmassen, beenden ihr Leben nach der Erschöpfung ihres nuklearen Energievorrats als Weißer Zwerg, einem Objekt von der Größe der Erde. Während der Übergangsphase von einem kernfusionierenden Stern zum Weißen Zwerg wird der Stern sehr heiß. Viele solcher Objekte mit Oberflächentemperaturen um 100 000 Grad Celsius sind bekannt. Sternentwicklungstheorien sagen vorher, dass die Sterne viel heißer werden können. Allerdings ist die Chance sehr gering, sie in diesem heißen Stadium zu finden, da diese Phase relativ kurzlebig ist", erläutert die Pressemitteilung der Universität.

Der nun ermittelte Anteil an Kalzium und Helium in der Atmosphäre von KPD 0005+5106 übersteige die in allen theoretischen Modellen zur Sternenentwicklung vorhergesagte Konzentration deutlich und stellt damit diese Modelle infrage.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / uni-tuebingen.de

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