https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Donnerstag, 11. Juni 2009

SUNRISE: Ballon-Observatorium soll Sonne mit bisher unerreichter Genauigkeit beobachten

Kurz vor dem Start: Der mit Helium gefüllte Trägerballon, auf dem Kranwagen das Sonnenobservatorium SUNRISE | Copyright: MPS / S. Solanki

Katlenburg-Lindau/ Deutschland - Von der europäischen Weltraumbasis Esrange im nordschwedischen Kiruna ist am Montagmorgen das Ballon-Observatorium SUNRISE in die Stratosphäre gestartet. Neben weiteren Instrumenten befindet sich auf SUNRISE auch das größte Sonnenteleskop, das jemals den Erdboden verlassen hat. Die Wissenschaftler werden damit die Magnetfelder unseres Zentralgestirns mit niemals zuvor erreichter Genauigkeit beobachten.

Unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) entstanden, wird der Ballon derzeit und in den kommenden Tagen von Polarwinden westwärts über den Nordatlantik, Grönland und Nordkanada getragen werden. Da in diesen Breiten die Sonne im Sommer nicht untergeht, können die Forscher dabei das Teleskop ununterbrochen auf unser Zentralgestirn richten. Ungestört von Turbulenzen in der Atmosphäre, die SUNRISE in dieser Höhe zu 99 Prozent unter sich gelassen hat, haben die Sonnenforscher mit der Sonde einen einzigartigen Blick auf die Sonne.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
>>> HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen <<<

"Wir erwarten, dass SUNRISE die fein strukturierte Oberfläche des Sterns und die Verteilung der Magnetfelder mit einer Auflösung von bis zu 35 Kilometern sichtbar machen wird", erklärt Sami K. Solanki, Geschäftsführender Direktor des MPS und Leiter der SUNRISE-Mission. "Das ist so, als könnte man aus Hannover eine Ein-Euro-Münze im etwa 100 Kilometer entfernten Katlenburg-Lindau erkennen."

Neben dem Teleskop trägt SUNRISE ausgeklügelte Systeme an Bord, die das optische Instrument in luftiger Höhe optimal justiert halten und das Bild stabilisieren, sowie weitere wissenschaftliche Instrumente zur Beobachtung der solaren Magnetfelder. Die Forscher - so die Pressemitteilung des MPS - hoffen, auf diese Weise vor allem die feinen Magnetfeld-Strukturen untersuchen zu können. Diese Strukturen sind für viele Phänomene auf der Sonne verantwortlich - etwa für Sonnenflecken und Sonnenwind, die bisher noch nicht vollständig verstanden sind.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / mps.mpg.de / mpg.de

Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE