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Montag, 19. April 2010

Kometenstaub lässt den Tierkreis leuchten

Das Leuchten des Tierkreises über der Europäischen Südsternwarte (ESO) auf dem Paranal in Chile | Copyright: ESO

Boulder/ USA - Besonders in den Abend- und den frühen Morgenstunden kann man bei idealen Beobachtungsbedingungen unmittelbar über dem Horizont ein sonderbares Leuchten ausmachen, welches mit der Eben des himmlischen Tierkreises und jener der Planeten übereinstimmt. Seit der ersten Beschreibung dieses "Zodiac-Leuchtens" im Jahre 1661 rätseln Astronomen über dessen Quelle. Jetzt glauben Astronomen Kometenstaub für das nächtliche Leuchten verantwortlich machen zu können.

Wie das internationale Team um David Nesvorny vom "Southwest Research Institute" in Colorado und Peter Jenniskens vom "SETI Institute" in Mountain View im "The Astrophysical Journal" berichten, bringe Sonnenlicht, dass von interplanetarischem Staub, wie er von alternden Kometen stammt, reflektiert wird den Tierkreis zum leuchten.

Erstmals 1661 von dem Joshua Childrey beschrieben und für angeleuchtete Staubpartikel gehalten und später für Asteroidenstaub gehalten, glauben die Forscher nun, dass der Staub von kurzperiodischen Kometen der sogenannten Jupiter-Familie stammen, deren rund 70 Mitglieder sich dadurch auszeichnen, dass sie ihren größten Sonnenabstand (Aphel) in der Nähe der Jupiterbahn erreichen.

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Um mit Staub, der bei der Kollision zwischen Asteroiden entstanden ist, erklärt werden zu können, breite sich dieser Staub nicht weite genug aus, um die mächtige der Staubscheibe im Sonnensystem und damit die Breite der Leuchten des Tierkreises erklären zu können. Der Staub der kurzperiodischen Jupiter-Kometen könne diese Voraussetzung jedoch erfüllen. Anhand der Modellberechnungen der Forscher stammt mindestens 85 Prozent der Partikel in der Staubwolke von diesen Kometen.

Schaubild zum Tierkreis-Leuchten | Copyright: Southwest Research Institute

Allerdings stamme der Großteil des Staubs nicht aus dem Material in Sonnennähe aktiver Kometenschweife, sondern von inaktiven Kometen deren kontinuierlicher Zerfall kieselsteingroße Brocken freigebe, die dann durch weitere Zusammenstöße untereinander nach und nach bis auf sandkorngröße zerrieben und durch die Gravitation des Jupiter abgelenkt werden.

Zugleich könne dieser Vorgang auch ein weiteres Phänomen erklären, wenn Staubteilchen ab einer Größe von nur wenigen zehntel Millimetern durch die Absorption des Sonnenlichts stark abgebremst werden und schlussendlich in das innere Sonnensystem und Richtung Erde driften. Somit könnte es sich bei den in der Antarktis entdeckten von einigen hundert Mikrometern bis zu wenigen Millimetern Mikrometeoriten, die eine erstaunlich urtümliche Zusammensetzung aufweisen, und deren Herkunft bislang kontrovers diskutiert wurde, um derartigen Kometenstaub handeln.

Quellen: grenzwissneschaft-aktuell.de / swri.org

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