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Samstag, 13. November 2010

Erdschweif offenbart ferne Exoplaneten

Computersimulation des irdischen Staubschweifs | Copyright: Christopher Stark, GSFC

Greenbelt/ USA - Wussten Sie, dass auch unsere Erde einen Schweif besitzt? Vor einigen Monaten ist das NASA-Weltraumteleskop "Spitzer" direkt durch diesen Staubschweif geflogen und hat dabei Daten zusammengetragen, die Planetenjägern zukünftig bei der Entdeckung helfen könnten.

"Nicht nur die Erde, auch ferne Planeten außerhalb unseres Sonnensystems könnten derartige Staubschweife besitzen", erläutert der Spitzer-Projektwissenschaftler Mike Werner. "Unter bestimmten Voraussetzungen könnte es einfacher sein, diese Schweifspur zu finden, als den eigentlichen Planeten. Wir müssen also nur wissen, woran wir diese Planetenschweife erkennen."

Der direkte Nachweis bzw. die Beobachtung von Exoplaneten ist meist sehr schwierig bis nahezu unmöglich, da sie in der Regel von dem Licht ihres Sterns überstrahlt werden. Ein Schweif, wie jener der Erde, erzeugt jedoch ein vielfach deutlicheres Signal als der Planet selbst und könnte so Planetenjägern einen Hinwies auf den Planeten geben.

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Der irdische Staubschweif stammt nicht von unserem Planeten selbst, sondern besteht aus Staub, wie er die Weiten des Sonnensystems anfüllt und aus den Trümmern und Überresten von Kometen und kollidierter Asteroiden besteht. Bewegt sich die Erde durch derartige Staubregionen, so bildet sich hinter dem Planeten besagter Schweif, ganz ähnlich also, wie wenn Laub hinter einem Lastwagen aufgewirbelt wird. Der Schweif selbst besteht auf jenen Staubpartikeln, die bei diesem Vorgang von der Schwerkraft der Erde mitgeführt wird und bildet letztlich einen staubigen Ring entlang der Erdumlaufbahn rund um die Sonne.


Mit dem Weltraumteleskop "Spitzer" ist es NASA-Forschern nun gelungen, die Struktur dieses Staubschweifs darzustellen. Mit diesem Wissen ist es ihnen mittels Computersimulationen auch möglich, zu berechnen, wie ähnliche Staubschweife auch um ferne Exoplaneten aussehen und dadurch als solche erkannt werden könnten.

Genau wie unser eigenes Sonnensystem, so sind auch ferne Planetensysteme mit Staub angefüllt, der sich in einer dichten Scheibe um das Zentralgestirn dreht. Und genau wie unsere Erde, so interagieren auch ferne Exoplaneten mit dieser Staubscheibe, in dem sie charakteristische Merkmale darin hinterlassen.

"In einigen Staubscheiben erkennen wir Beulen, Einbuchtungen und Ringe. Solche Abdrücke sagen uns, dass hier Himmelskörper mit dem Staub interagieren", erläutert Mark Clampin vom "Goddard Space Flight Center" der NASA. "Wir können also diesen Abdrücken bis zu den Planeten folgen, die sie hinterlassen haben. Bislang sind 20 solcher Staubscheiben um ferne Sterne bekannt und in einigen Fällen, hat sich diese Methode bereist bezahlt gemacht." Beispielsweise anhand eines so entdeckten Planeten um den hellen südlichen Ster Formalhaut.

Hubble-Aufnahme: Ähnlich wie die Erde so führt auch ein Planet um den Stern "Beta Pictoris" Staub in seine eigene Umlaufbahnebene und hinterlässt einen zur eigentlichen Staubscheibe geneigten zweiten Ring | Copyright: NASA/ESA, D. Golimowski (Johns Hopkins University)

Schon mit dem Nachfolger des Weltraumteleskops Hubble, dem "James Webb Space Telescope" erhoffen sich die Forscher so schon bald weitere derartige Nachweise von Exoplaneten. Allerdings steht ein genauer Starttermin des Super-Teleskops derzeit mehr denn je buchstäblich in den Sternen. Fehlkalkulationen bei der NASA bezüglich der Missionskosten, lassen den bislang für 2014 geplanten Start des unrealistisch erscheinen. Dieser wird sich wahrscheinlich bis 2015 oder sogar deutlich darüber hinaus verzögern (...wir berichteten).


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
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