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Donnerstag, 27. Januar 2011

Astronomen entdecken bislang älteste Galaxie

Das Licht der Galaxie "UDFj-39546284" hat eine Reise von 13,2 Lichtjahren zurückgelegt. Damit handelt es sich um die weit entfernteste und somit älteste bislang bekannte Galaxie im Universum | Copyright: NASA, ESA, Garth Illingworth (UC Santa Cruz), Rychard Bouwens (UC Santa Cruz and Leiden University) and the HUDF09 Team.

Santa Cruz/ USA - Astronomen der "University of California in Santa Cruz" (UCSC) haben mit dem Weltraumteleskop "Hubble" bis bislang am weitesten entfernte und damit älteste Galaxie im Universum entdeckt. Mit der Entdeckung haben die Astronomen die Grenzen der Möglichkeiten des Weltraumteleskops erneut deutlich verschoben, befindet sich die entdeckte Galaxie doch rund 13, 2 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt - ihr Abbild stammt also aus einer Zeit rund 480 Millionen Jahre nach dem Urknall, als das Universum erst vier Prozent seines heutigen Alters erreicht hatte.

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"Damit kommen wir den wirklich ersten Galaxien überhaupt immer näher, die zwischen 200 und 300 Millionen Jahren nach dem Urknall entstanden sind", erläutert der Astrophysiker Professor Garth Illingworth von der UCSC. In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Nature" haben Illingworth und sein Kollege Rychard Bouwens (mittlerweile an der holländischen "Universiteit Leiden") ihre Erkenntnisse veröffentlicht.

Mit der "Wide Field Planetary Camera 3" (WFC3) an Bord des Weltraumteleskops konnten die Forscher dramatische Veränderungen in den Galaxien in der Zeit zwischen 480 und 650 Millionen Jahren nach dem Urknall feststellen. Innerhalb dieser 170 Millionen Jahren hat sich etwa die Anzahl der Sternentstehungen um das Zehnfache gesteigert.

Auch in der Anzahl der Anzahl der Galaxien fanden die Astronomen erstaunliche Veränderungen. "Unsere früheren Beobachtungen hatten 47 Galaxien aus einer etwas späteren Zeit aufgezeigt, als das Universum ungefähr 650 Millionen Jahre alt war", so Illingworth. "Aber 170 Millionen Jahre früher konnten wir nur diesen einen Galaxienkandidaten finden. Das Universum hat sich also sehr schnell in dieser kurzen Zeit verändert." Zum ersten Mal sind Astronomen nun in der Lage, realistische Aussagen über die Anzahl der Galaxien während dieser Phase zu machen.

Die Datierung des nun entdeckten Galaxienkandidaten mit der Bezeichnung "UDFj-39546284" gelang den Astronomen durch die Analyse des Lichts der Galaxie. Mit der Ausdehnung des Universums entfernen sich die Galaxien zusehends voneinander. Hierbei vergrößert sich auch die Wellenlänge und verschiebt sich in den Rotbereich des Lichts. Je länger das Licht also braucht, desto stärker ist diese sogenannte Rotverschiebung. Bei "UDFj-39546284" liegt nun eine Rotverschiebung von 10,3 vor, was 13,2 Milliarden Jahren entspricht.

Um Galaxien mit einer Rotverschiebung von deutlich mehr als 10 abbilden zu können, müssen Astronomen auf den Hubble-Nachfolger warten. Erst mit dem "James Webb Space Telescope" (JWST) wird dies möglich sein. Wann genau das Weltraumteleskop jedoch starten soll, steht aufgrund von Kostenexplosionen bislang noch buchstäblich in den Sternen (...wir berichteten).

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov / ucsc.edu
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