Büste der altägyptischen Pharaonin Hatschepsut | Copyright: GNU FDLKairo/ Ägypten – Vom „ägyptologischen Fund des Jahrhunderts“ sprach der Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung Dr. Zahi Hawass und verkündete, er habe anhand einer DNA-Analyse eines Zahns eine 3000 Jahre alte Mumie als jene der Pharaonin Hatschepsut identifiziert. Experten äußern jedoch erste Zweifel.
Auf seiner Homepage „The Plateau“ erläutert Hawass, dass die Mumie seit Jahrzehnten unerkannt geblieben war, nachdem sie bereits 1903 vom Entdecker der legendären Grabkammer des Tutenchamun, Howard Carter, gefunden jedoch nicht als solcher erkannt worden war. Dieser hatte die Mumie damals sogar in der Grabkammer zurückgelassen. Und in genau dieser Tradition sieht sich Hawass nun selbst und inszeniert sich, wie der Spiegel schreibt, in „Indianer-Jones-Manier“ selbst.
Anhand eines DNA-Tests sowie computertomografischer Analysen habe man zweifelsfrei erwiesen, dass es sich um die einst mächtige Nil-Köngin der 18. Dynastie (1502 - 1482 v. Chr.) handele.
Bislang besaßen die Ägyptologen nur einen Zahn und konservierte Organe der Königin. Doch genau dieser passe, das zeige die Computertomografie, genau in jene Zahnlücke, die die jetzt untersuchte Mumie aufweise. Zudem bestätigten die DNA-Abgleiche, dass die Mumie mit Hatschepsuts Vater, dem Pharao Tutmosis I, sowie ihrem Halbbruder Tutmosis II und ihren Halbneffen Tutmosis III. verwand war.
Bislang steht eine Überprüfung durch unabhängige Experten jedoch noch aus. Während einige Experten die Anwendbarkeit einer DNA-Analyse anhand einer Mumie aus der 18. Dynastie durchaus für aussagekräftig halten, melden sich auch Kritiker zu Wort.
„Spiegel-Online“ zitiert etwa den Direktor des Ägyptischen Museums in Berlin, Dietrich Wildung: "Wir haben vor wenigen Tagen erst in Fachkreisen gerade über diese Fragen gesprochen und festgestellt, dass die DNA-Proben, die älter als 50 Jahre sind, mit allergrößter Skepsis betrachtet werden müssen und die Ergebnisse nicht als gesicherte Unterlagen für historische Schlüsse gelten:“
Jetzt muss eine unabhängige Untersuchung zeigen, ob Hawass tatsächlich die Mumie der Hatschepsut gefunden hat oder nicht.
Quellen: guardians.net/hawass / spiegel.de
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