Dienstag, 12. Juni 2007

WASSERPFÜTZEN AUF DEM MARS?

Wasserpfützen auf dem Mars? | Copyright: NASA/JPL / Ron Levin

Bethesda/USA – Die neuerliche Auswertung zwei Jahre alter Aufnahmen des NASA Mars-Rovers „Opportunity“ zeigt, so glauben zwei amerikanischen Wissenschaftler, kleine Pfützen mit flüssigem Wasser in einem Marskrater. Doch schon jetzt regt sich deutlicher Widerstand in den wissenschaftlichen Reihen.

Wie „Space.Newscientist.com“ berichtet, dass die vermeintlichen Pfützen vor zwei Jahren im Krater „Endurance“ fotografiert wurden. Die meisten Wissenschaftler glauben jedoch nicht, dass es – aufgrund der dünen Marsatmosphäre - in jüngerer Zeit auf dem Roten Planeten Wasser gegeben haben kann.

Der Physiker Ron Levin und der Ingenieur Daniel Lyddy vom US-amerikanischen Raumfahrt- und Rüstungungskonzern „Lockheed Martin“ analysierten Stereo-Bilder, die auf der Webseite des “Jet Propulsion Laboratory (JPL)“ veröffentlicht wurden und präsentierten ihren Bericht nun auf einer Konferenz am „Institute of Electrical and Electronics Engineers“. Auf den Bildern fanden sie bläuliche, leicht durchsichtig wirkende und zudem erstaunliche ebene Flächen, unter deren Oberfläche, so interpretiert Levin die Bilder, sogar kleinere Steine zu erkennen seien. Die Oberfläche selbst ist so glatt, dass die Computeranalyse keine Details finden konnte, die sonstigen Oberflächenstrukturen der Umgebung entsprach. Zudem zeigen die Bilder den niedrigsten Punkt des Terrains und erscheinen.

Alle Merkmale könnten also durchaus entweder stehendes flüssiges Wasser oder sehr klares – also junges - Wassereis darstellen. Bisher wurde auf dem Mars kein flüssiges Wasser an der Oberfläche direkt fotografiert. Lediglich wenige Jahre alte und wahrscheinlich kurzlebige Abläufe – eventuell Schmelzwasser – wurden aus dem Marsorbit entdeckt.

Laut Forschern wie Levin oder Michael Hecht vom JPL, könnte es auf dem Mars so genannte Micro-Envoironments mit flüssigem Wasser geben. Diese Theorie ist bei vielen Kollegen jedoch stark umstritten. Zwar werde es auf dem Mars warm genug, doch wirke die Atmosphäre auf dem Mars wie ein Vakuum, das eventuell flüssiges Wasser sofort verdampfen und aufgrund der Winde entwichen ließe. Doch auch Kritiker wollen die Möglichkeit flüssigen Oberflächenwasser nicht gänzlich ausschließen. Möglicherweise gibt es absolut windstille Regionen, die ein zu schnelles Verdampfen verhindern. Der Endurance-Krater, so Levin, biete hierfür ideal Voraussetzungen.

Obwohl der Marsrover mittlerweile meilenweit entfernt unterwegs ist, schlägt Levin einen einfachen Test vor, um die fraglichen Flächen daraufhin zu testen ob es sich um Eis oder eine andere feste Oberfläche handelt oder aber um stehendes, flüssiges Wasser. Mit dem Bohrer des Rivers solle diese Oberfläche angebohrt werden. Ist sie fest, hinterließe dieser deutliche Bearbeitungsspuren auf der Oberfläche. Bei einer flüssigen Konsitenz wäre dies eindeutig nicht der Fall.

Quelle: space.newscientist.com
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
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