Der Silbury Hill nahe Avebury in Wiltshire | Copyright: Frank LaumenBeckhampton/ Wiltshire – Bereits seit mehr als 4500 Jahren prägt der Silbury Hill als größter von Menschen erschaffener prähistorischer Erdhügel Europas das Bild der Landschaft in der englischen Grafschaft Wiltshire. Doch niemand weiß so wirklich, zu welchem Zweck die Kegelpyramide errichtet wurde. Jetzt machten Archäologen eine neue Entdeckung im Innern des Hügels.
Bei Sicherungsarbeiten des neolitischen Monuments, dass durch zahlreichen Grabungstunneln durchlöchert und einsturzgefährdet war, fanden die Archäologen des „English Heritage“, dass im Innern des Hügels hunderte so genannter Sarsensteine eingearbeitet wurden. Die Sarsensteine – so glauben die Archäologen – galten den Erbauern der Anlage als heilig und wurden unter anderem für den Bau der Steinkreise von Stonehenge, Avebury und anderer heiliger Monumente verwendet.
Obwohl bis heute kein Grab im Innern des Hügels entdeckt wurde, glaubten viele Archäologen bislang, dass es sich um ein Grabmonument gehandelt habe. Die neuen Funde veranlassen die Archäologen jetzt zum Umdenken. „Die neuen Information aus dem Innern des Hügels verändern unser bisheriges Wissen über die Anlage“, gesteht der Chefarchäologe des Projekts Jim Leary gegenüber der „Daily Mail“ ein.
Jetzt glauben die Archäologen, dass der Hügel eine symbolische Funktion hatte und sozusagen als Friedhof der durch die Steine symbolisierten Seelen der Verstorbenen verstanden und genutzt wurde. Die Tatsächliche Ruhestätte der Verstorbenen, wenn sie den in der Gegend existiere, wurde bislang noch nicht gefunden. Doch Leary, der fest davon überzeugt ist, dass die prähistorischen Anlagen der Gegend wie Avebury und Stonehenge Teil einer Totenverehrung waren, glaubt, dass dieser wirkliche Friedhof noch gefunden werden könnte. Es sei nicht ungewöhnlich, dass diese Orte etwas abseits der eigentlichen Monumente liegen.
Archäologische Aufbauten auf und um den Silbury Hill im Sommer 2007 | Copyright: Andreas MüllerWeitere Entdeckungen der Konservierungsarbeiten am Hügel ergaben, dass dieser von den späteren Angelsachsen wahrscheinlich als militärische Festung genutzt und durch Holzpalisaden geschützt wurde, deren Reste jetzt im boden nachgewiesen wurden.
Bis Ende des Jahres sollen die archäologischen Aufbauten vom Hügel entfernt werden und die Hohlräume wieder mit Kalkgestein aufgefüllt werden, um den Hügel vor weiteren Einstürzen wie im Frühjahr 2000 zu bewahren.
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Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de / english-heritage.org.uk / dailymail.co.uk
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NEUE GARBUNGEN IM SILBURY HILL, 11. Mai 2007
