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Dienstag, 30. Oktober 2007

Neue Theorie: "Dunkle Materie gibt es nicht"

Kompositbild des sog. Bullet-Clusters: Die aus Strahlungsemissionen im Röntgen-Bereich abgeleitete Verteilung der normalen Materie wird rot, die anhand von Gravitationslinseneffekten abgeleitete Verteilung Dunkler Materie blau dargestellt | Copyright: Public Domain

Waterloo/ Kanada – Zwei Astronomen von der kanadischen „University of Waterloo“ behaupten, die mysteriöse und viel diskutierte „Dunkle Materie“ existiere gar nicht. Stattdessen erkläre ihre eigene Gravitationstheorie die beobachteten Phänomene viel besser.

Wie „Space.com“ berichtet, hinterfragen John Moffat und Joel Brownstein die bisherigen Theorien und vermeintlichen Nachweise für Dunkle Materie. Diese unsichtbare Substanz soll, so die gängigen Theorien, einen Großteil des Universums ausmachen und unter anderem den Zusammenhalt von der sichtbaren Materie in Galaxien (Gase, Sterne, Staub, Planeten usw.) erklären.

Erst im vergangenen August beobachteten Astronomen der Universität von Arizona die Kollision zweier riesiger Galaxiencluster bei der sich, so wurden die Beobachtungen des Ereignisses gedeutet, Dunkle Materie von normaler Materie getrennt habe. Auch die Mehrheit der Astronomen schlossen sich dieser Schlussfolgerungen an und bezeichneten dieses Ereignis als Beweis für die Existenz der Dunklen Materie.

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Moffat und Brownstein, behaupten nun jedoch, dass diese Schlussfolgerungen voreilig waren und es weiterhin keinen wirklichen Beweis für Dunkle Materie gäbe. Mehr noch – sie existiere wahrscheinlich überhaupt nicht.

In ihrem in der November-Ausgabe des Fachmagazins „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“ publizierten Artikel behaupten die Astronomen hingegen, dass vielmehr ihre eigene Theorie – der so genannten „Modifizierten Garvitation (Modified Gravity –MOG)“ die Beobachtungen beim Galaxien-Crash erklären könne.

„MOG Gravitation nimmt im Gegensatz zur Newtonschen Gravitation an Stärke zu, je weiter man sich vom Zentrum der Galaxie entfernt“, erklärt Moffat gegenüber Space.com. „Dabei weist sie jenes Verhalten auf, dass man bisher der Dunklen Materie zugeschrieben hat. (...) Bislang nahm man an, dass mehr Materie (normale und Dunkle Materie) auch mehr Gravitation bedeute. Ich sage, dass Dunkle Materie gar nicht existiert. Es ist die lediglich die Gravitation, die sich ändert.“

Ihre Theorie wollen Moffat und Brownstein anhand von Aufnahmen des Galaxien-Zusammenstoßes durch die Weltraumteleskope Hubble, Chandra und Spitzer, sowie des Magelan-Teleskops in Chile belegen. Mit den Aufnahmen analysierten die Forscher die Art und Weise, wie die Gravitation der Galaxien-Cluster das Hintergrundlicht verzerrt hatte – einen Effekt, der als „Gravitationslinsung“ bzw. „ Gravitationslinseneffekt“ bekannt ist. Aus ihren Beobachtungen schlossen sie, dass die aufgetretene Verzerrung auch ohne das Vorhandensein von Dunkler Materie – und eben mittels der MOG-Theorie - erklärt werden könne.

Douglas Clowe, der die Beobachtungen beim Zusammenstoß der Galaxien mit Dunkler Materie erklärte, zeigt sich erwartungsgemäß wenig überzeugt von den Auslegungen von Moffat und Brownstein. Diese, so der Astronom, hätten bislang keinerlei Fakten vorgelegt, dass die Theorie der Dunklen Materie widerlege: „Wir sind immer offen unsere Theorien zu modifizieren und beispielsweise die angenommene Menge Dunkler Materie zu reduzieren, aber wir sind uns weiterhin ziemlich sicher, dass es die Dunkle Materie in irgendeiner Form geben muss.“

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Hintergrund: Dunkle Materie
Mit Dunkler Materie bezeichnen Astrophysiker eine hypothetische Substanz, die weder optische noch anders geartete elektromagnetische Strahlung aussendet oder absorbiert und aus diesem grund also auch nicht direkt zu beobachten ist. Wissenschaftler gehen jedoch von ihrer Existenz aus, da mit ihr kosmische Gravitationsphänomene auch mit den anerkannten Gravitationsgesetzen erklärbar werden, die ohne das Vorhandensein der mysteriösen Dunklen Materie nicht zu erklären wären.

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Quelle: space.com / grenzwissenschaft-aktuell.de

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